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Sokdee Pi Mai Lao! - Das laotische Neujahrsfest in Luang Prabang 2017


Wie ihr ja schon sehr gut wisst unterstützen wir Stephan und Edith, unsere lieben Hummeln im Arsch, bei ihrem großen Reise-Projekt "Smart Down Under" und fiebern bei ihrem Abenteuer mit. Schon über ein Jahr sind die Zwei unterwegs, sind von Warschau nach Moskau gereist, haben die Kultur und Menschen der Mongolei näher kennengelernt, zeigten uns 5 wunderbare Orte in China und dazu noch so vieles mehr.

Jetzt berichten sie uns nochmals von Luang Prabang, welcher einer der Vier Orte war, die man in Laos immer wieder aufsuchen sollte. Aber dieses Mal geht es um etwas ganz Besonderes! Stephan und Edith erzählen uns vom laotischen Neujahrsfest, Pi Mai, das sich über mehrere Tage erstreckt und so einzigartig ist, dass wir es am liebsten sofort selbst erleben möchten. Aber bevor wir noch weiter und weiter davon schwärmen, lest am besten selbst..

Pi Mai im heißesten Monat des Jahres

Raclette und Fondue, Bleigießen und gemütliche Partys, bevor es um Mitternacht dick eingemummelt zum Feuerwerk in die kalte Nacht hinausgeht? Das ist wohl eher was für den Jahreswechsel nach dem gregorianischen Kalender im winterlichen Mitteleuropa. Das laotische Neujahrsfest, das Pi Mai, jedoch fällt nach dem buddhistischen Mondkalender immer in den April. Dabei bildet das Hauptelement dieser Tage, das Wasser, eine passende Nebenerscheinung im heißesten Monat des Jahres.

Ein Jahreswechsel im Zeichen des Wassers

Alte Lasten und Laster ablegen, gute Vorsätze schaffen. Eigentlich liegt unserem Einstieg ins neue Jahr ein ganz ähnlicher Gedanke zugrunde, wie dem des Pi Mai. Es geht um Säuberung und Erneuerung. Doch nehmen die buddhistischen Südostasiaten dies auch beim Wort. Wasser ist das Element dieser Tage. In Waschritualen werden die Häuser, Buddha-Bilder und -Statuten gereinigt. Aber auch den Menschen selbst dient das Wasser. Jüngere gießen es zum Respekt über die Älteren. Mönche werden mit Wasser übergossen, um deren Segen für Frieden und ein langes Leben zu erhalten.

Und zu guter Letzt werden Freunde und Fremde vom Wasser gezeichnet, wobei der Spaß- und Abkühlungsfaktor nicht zu kurz kommt. Wasserschlachten prägen den Tagesablauf zum Pi Mai maßgeblich.

Das laotische Neujahrsfest in Luang Prabang

Dass es zum Wasserfest, dessen Beiname selbsterklärend ist, nur drei offizielle Feiertage gibt, lässt sich begründen. Es steht jedoch kaum im Verhältnis zu den vielen Ereignissen rund um das laotische Neujahrsfest in Luang Prabang und der offenkundigen Feierlaune der Bevölkerung. Mit dem letzten Tag des alten Jahres schließen die Behörden, Banken, Schulen etc...

Ein weiterer Tag zwischen den Jahren folgt, bevor der eigentliche Neujahrstag zelebriert wird. Eigentlich aber zählen die verschiedenen Programmpunkte des Pi Mais in Luang Prabang sieben Tage. Ganz zu schweigen von den Tagen vor und nach den eigentlichen Highlights, die oft im Kreise der Familien verbracht werden und mit vereinzelten Wasserschlachten beginnen, langsam damit abklingen und bis zu zehn Tage anhalten.

Der Tag vorm Letzten des Jahres - eine Elefantenparade zum Auftakt

Unsere Erlebnisse zum Pi Mai in Luang Prabang starten mit der alljährlichen Elefantenparade am Tag vor dem eigentlichen, letzten Tag des alten Jahres. Schon lange bevor die ersten Teilnehmer mit den Dickhäutern über die Sisavangvong Road vom Vat Mai zum Vat Xieng Thong ziehen, haben sich vor allem die Touristen bereits einen Platz entlang der Straße gesichert. Mit Zuckerrohr und Bananen füttern sie die Elefanten, während die meisten der Einheimischen dem Treiben aus den Fenstern oder ihren Läden entlang des Weges zuschauen.

Der letzte Tag des Jahres - ein Waschtag im Vat

Nachdem Besuch eines bunten Morgenmarkts mit Souvenirs, Textilien und Leckereien, der sich über die Chao Fa Ngum Road bis in die Sisavangvong Road zieht, werden wir am nächsten und somit auch letzten Tag des alten Jahres Zeugen der eigentlichen Waschrituale. In allen Tempeln der Stadt steht den Buddhafiguren und Tempelschätzen ab 9 Uhr ihre jährliche Reinigung bevor.
Während die großen Statuen im Tempel geputzt werden, tragen die Novizen die kleineren und beweglichen Buddhas und Tempelschätze in den Hof, wo sie diese mit Hilfe von Wassereimern, Schläuchen und Tüchern sauber schrubben und sichtlich Spaß dabeihaben.

Der letzte Tag des Jahres - wasserfest verpackt ins Getümmel

Spaß haben die Novizen vor allem, weil sie sich gegenseitig mit Wasser begießen. Und auch wir kommen an diesem letzten Tag des Jahres zum ersten Mal in den, im wahrsten Sinne, feuchtfröhlichen Genuss des Wassers. Ab dem späten Vormittag bis zum Sonnenuntergang bleibt für die nächsten drei Tage kein Fleck unseres Körpers trocken.

Wer zum Pi Mai in Luang Prabang oder sonst irgendwo im buddhistischen Asien unterwegs ist, sollte sich bewusst über dieses Phänomen sein und sich entsprechend ausstatten. Wasserpistolen und -raketen mit zugehörigen, kitschigen Tanks gibt es ebenso an jeder Ecke zu kaufen, wie die obligatorischen Waterproof-Beutel für Geld und Handys.

Der letzte Tag des Jahres - bei Tanz, Gesang und literweise Beer Lao

Was wir nun erleben ist unvergleichlich. Am Ufer des Mekong zieht ein nicht endender Autokorso vorbei, wie wir ihn aus Köln nur nach großen Fußballereignissen kennen, gespickt von einem Hauch CSD-Parade oder Karnevalsumzug.

Alle Insassen und Mitfahrer auf den teils neu dekorierten Karosserien und Pick-ups sind triefend nass, ihrer jeweiligen Gruppierung zugehörig gleich gekleidet schütten sie das Wasser aus großen Regentonnen mit Eimern und Töpfen auf die Aktivisten und Passanten am Straßenrand.

Diese kontern gleichermaßen oder mit Wasserpistolen und Gartenschläuchen. Beliebt ist auch die volle Ladung eines bunten Puder-/ Wassergemischs, das einem fröhlich grinsend rechts und links um die Wangen geschmiert wird. Laute Musik dröhnt aus den Lautsprechern oder schallt aus den Bars am Ufer, die teils mit Livemusik auftrumpfen. Bei Tanz, Gesang und literweise Beer Lao feiern die Einheimischen Schulter an Schulter gemeinsam mit Touristen das laotische Neujahrsfest.

Keine typische Misswahl - das Neujahrsfest in Luang Prabang

Es geht hier nicht um die Kür einer Schönheitskönigin, obwohl man der Miss Lao New Year ihre Attraktivität nicht absprechen möchte. Vielmehr wurzelt die Ernennung in der Spiritualität der Laoten. Nang Sang Khan, die Miss Lao New Year dient als Vor- und Mahnbild zugleich. Sie stellt den Inbegriff der Werte der laotischen Buddhisten dar, die sie in den verschiedensten Ritualen während des Pi Mai aufzeigt.
In einem riesigen Umzug startet die Parade der Miss Lao New Year am Tag „zwischen den Jahren“ mittags gegen 13 Uhr am Vat Thatnoy und endet im Vat Xieng Thong, wo die Nang Sang Khan in einem Tempel verschwindet. In goldverzierten Wagen bilden die Mönchsgruppen den Anfang der Prozession, gefolgt von Fuß- und Musikgruppen, traditionell gekleidet oder bunt kostümiert. Am Neujahrstag zieht die Prozession zur gleichen Zeit in umgekehrter Richtung zurück zum Vat Thatnoy.

Der Neujahrstag in Luang Prabang -Sokdee Pi Mai Lao!

Der eigentliche Neujahrstag beginnt eigentlich wie jeder andere Morgen in Luang Prabang. Aber auch nur eigentlich. Früh um halb sechs, es wird langsam hell, kommen die Mönche und Novizen aus den Tempeln und ziehen die Straße entlang zum alltäglichen Almosengang und sammeln das Essen für den Tag in großen Behältern zum Umhängen. Doch nicht nur die Anzahl der Zuschauer und der Spendengeber, die am Straßenrand knien, vervielfachen sich heute. Auch die Gaben von Lebensmitteln, Geld und Süßigkeiten verdoppeln und verdreifachen sich im Vergleich zu einem gewöhnlichen Almosengang in Luang Prabang. Sie kommen den Armen der Stadt zugute, die zusammen mit den Almosen spendenden Gläubigen am Straßenrand auf die Mönche warten.
Haben die Mönche ihre Gaben erhalten, verteilen sie hiervon gleich wieder einen Teil zurück an die Bedürftigen. Spenden fließen an diesem Neujahrsmorgen auch im Anschluss an den Almosengang.

Scharen von Pilgern äußern ihren Respekt, indem sie betend den Weg hinauf zum Phou Si Hügel, oberhalb des alten Königspalastes, beschreiten und kleine Reishäufchen und Süßigkeiten auslegen.

Ein Resümee auf unser erstes laotisches Neujahrsfest

Unsere Vorfreude auf das Pi Mai in Luang Prabang ist zugegebenermaßen von einem leichten Zweifel beeinflusst. Eigentlich ist es das Fest sondergleichen, aber, ob uns dieser ganze Trubel wirklich zusagt? Jeden Tag durchnässt. Noch viel, viel mehr Menschen als ohnehin schon im beliebten Touristenort Luang Prabang. Und wir irgendwo dazwischen? Unser Resümee gestaltet sich keinesfalls mehr ambivalent, sondern eindeutig. Das Pi Mai in Luang Prabang ist ein absolutes Highlight unserer Reise. Das Zusammenspiel von Traditionen, religiösen Zeremonien und Ritualen und der Lebensfreude, Glückselig und Herzlichkeit mit der die Menschen dieses Fest feiern ist in Worten und Bildern kaum aufzuzeigen. Es ist für uns beeindruckend mitzuerleben, dass Menschen ihren intensiven Glauben im Einklang mit einer vollkommen ausgelassenen Feierlaune leben und spüren. Dass sie die Freude und das Glück auf die Umstehenden, auf uns übertragen können. Dass diese ganze Stadt, Luang Prabang, wie in einem Kokon erscheint, in dessen Innerem sich pures Glück, Optimismus und Lebensfreude miteinander vermischen und strahlen.

Ihr wollt noch näher an Stephan und Edith dran sein?

Reist mit Ihnen "Smart down under" auf ihrem Blog! Viel Spaß!

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