Neuseeland

Kommt mit von Nord nach Süd

Neuseeland
Namibia

Ab in die Dünenwüste

Namibia
Äthiopien

Verbringt mit uns Silvester in Konso

Äthiopien

Stadtspaziergang durch München - Selbst im Februar ist München einladend


Im Februar nach München. Paul hat ja die Flügel überm Kopf zusammengeschlagen und mir noch eine Extra-Wärmflasche ins Handgepäck geschmuggelt, aber was soll ich sagen? München im Februar ist super! Ich hatte ein Riesenglück mit dem Wetter und konnte drei Tage lang München und sein wunderbares Umland erkunden. Wer so viel Glück hat, der soll es teilen, also hier nun mein Reise- und Ausflugstipp, falls es euch demnächst mal nach Minga verschlägt.

München zu Fuß entdecken!

Natürlich gibt’s in einer Stadt mit fast eineinhalb Millionen Einwohnern eine ganze Menge zu sehen, aber wenn man wenig Zeit hat und sich auf die bekanntesten Sehenswürdigkeiten konzentrieren möchte, dann habe ich hier den idealen Routenvorschlag für einen Spaziergang, bei dem man jede Menge sehen kann.

Los geht’s am Hauptbahnhof, der ist leicht zu finden, da halten fast alle S-Bahnen, U-Bahnen und Trams (Münchens hinreißendes Wort für ‚Straßenbahnen‘). Direkt gegenüber, zwischen Karstadt und Post liegt die schattige Schützenstraße, die uns zum ersten Stop auf unserer Tour führt: dem Karlsplatz, den die Münchner nur den Stachus nennen. Im 18. Jahrhundert gab es dort nämlich eine Kneipe, die von Mathias Eustachius Föderl betrieben wurde. Und das anscheinend so eindrucksvoll, dass der Name seines Etablissements ‚Stachus‘ auf den davor liegenden Platz übertragen wurde. ‚Karlsplatz‘ hingegen, ist bloß der offizielle Name, der aber, weil ihn einst ein unbeliebter Kurfürst durchsetzte, lediglich in der Schriftform existiert. Wenn ihr euch also mit einem waschechten Münchner verabredet, tut ihr das am Stachus, nicht am Karlsplatz.

Unabhängig vom Namen ist der Stachus aber auch sonst ziemlich interessant. Vor über siebenhundert Jahren befand sich hier die Münchner Stadtgrenze, was man noch schön am Karlstor erkennen kann, das fast vollständig erhalten ist. 

Durch den Torbogen geht es auch direkt weiter auf die Neuhauser Straße, die später zur Kaufinger Straße wird. Wer gerne shoppt, ist hier genau richtig. Das ist Münchens Einkaufsmeile – zumindest für diejenigen mit halbwegs durchschnittlichem Einkommen. Wer gerne höherpreisig einkauft, dem empfehle ich die Leopoldstraße. Aber ich komme vom Thema ab.
Vorbei an der Bürgersaalkirche und dem Augustiner-Brauhaus (das beste Bier der Welt – aber das ist natürlich eine höchst subjektive Wertung) und dem Richard-Strauß-Brunnen geht’s links in die Liebfrauenstraße und damit zu unserer nächsten Sehenswürdigkeit: der Frauenkirche.
Die beiden Türme der Frauenkirche sind prägend für das Münchner Stadtbild. Selbst Menschen, die nie in München gewesen sind, erkennen  die Stadt ganz schnell an ihrer Form – und wenn auch nur, weil sie sie aus dem Pumuckl-Vorspann wiedererkennen. Frühkindliche Prägung nennt man das, oder?  Wie dem auch sei, in der Kirche selbst gibt’s eine Menge zu sehen: vom Teufelstritt, um den sich gleich mehrere abenteuerliche Legenden ranken, bis zur Krypta, in der alles liegt, was bei den Wittelsbachern Rang und Namen hatte. Was zugegebenermaßen bei fast jedem Wittelsbacher der Fall gewesen sein dürfte. Außerdem kann man natürlich ganz nach oben, auf den Südturm, der derzeit leider wegen Bauarbeiten gesperrt ist; wenn er aber wieder freigegeben sein sollte, dann empfehle ich unbedingt, die großartige Aussicht von oben zu genießen. Bei gutem Wetter kann man sogar die Zugspitze sehen.

Nach dem Abstieg geht’s direkt weiter durch die Kaufinger Straße zum Marienplatz. Leute, der Marienplatz ist einer meiner Lieblingsplätze. Ich könnte stundenlang in einem der Cafés sitzen und auf die wunderschöne Fassade des neuen Rathauses starren. Mit ein bisschen Glück und Zeitmanagement kommt man um 11:00Uhr, 12:00Uhr oder (März bis Oktober) 17:00Uhr auf dem Marienplatz an und kommt in den Genuss des Glockenspiels im Rathausturm. Auf jeden Fall ein Erlebnis!

Das nächste Ziel unseres Stadtspaziergangs kann damit allerdings locker mithalten. Jetzt geht’s nämlich zum kulinarischen Herzen der bayerischen Landeshauptstadt, zum Viktualienmarkt nämlich. Seit über zweihundert Jahren ist der Viktualienmarkt der wichtigste Lebensmittelmarkt Münchens (Viktualien heißt ‚Lebensmittel‘, es war damals schick, schnödes Alltagsdeutsch zu latinisieren. Der Urmünchner spricht das V übrigens stimmlos aus, also wie ein F. Das muss man als Tourist nicht machen, aber man kann) und er ist immer noch absolut sehenswert.

Auf über 22.000 Quadratmetern tummeln sich rund 140 Firmen, die ihre Waren feilbieten. Ein Muss bei jedem Münchenbesuch: das klassische Weißwurstfrühstück. Hefeweizen, Weißwurst mit süßem Senf, ofenwarme Brezel und dann zurücklehnen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Weißwürste isst man übrigens auf eine ganz spezielle Weise: man zuzelt sie. D.h. man beißt das Ende der Wurst vorsichtig ab und stippt es in den Senf. Dann führt man die Wurst zum Mund und saugt das Fleisch aus der Haut. Dabei drückt man nur ganz leicht mit den Zähnen auf die Wurst, um die Haut nicht zu zerbeißen. Die wird nämlich nicht mitgegessen. Wem das zu kompliziert ist (nach dem ein oder anderen Hefeweizen dürfte das ja auch ein wenig schwieriger werden…), der kann die Wurst auch ganz einfach in der Mitte halbieren und die einzelnen Hälften mit einem Längsschnitt an der Oberseite anschneiden. Dann rollt man mit Messer und Gabel den Wurstinhalt aus der Haut und fertig ist die Laube.

Oans, zwoa, gsuffa!

Fertig gesättigt geht es weiter durch die Heiliggeiststraße, die Mäderbräustraße und die Orlandostraße zum Hofbräuhaus am Platzl. Das darf natürlich in keinem Reiseführer fehlen und darum spazieren wir hier ebenfalls vorbei. Wer Lust auf den ultimativen Touristenkick hat, der genehmigt sich dort das nächste Weißbier.

Das Hofbräuhaus blickt auf eine über vierhundertjährige Geschichte zurück, in der es nicht nur als gastronomische Einrichtung und Brauerei in die Geschichtsbücher Einzug gehalten hat. Vor allem zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war das Hofbräuhaus der politische place-to-be. Heute freilich, ist es vor allem eine Touristenattraktion. In Spitzenzeiten werden täglich bis zu 35.000 Gäste gezählt.
Kann man besuchen, muss man aber nicht. Wer nicht viel Zeit hat, aber trotzdem zünftig einkehren möchte, findet dutzende Alternativen.

Biergärten gibt’s in München wie Berge in den Alpen.

Jetzt geht’s Richtung Nordwesten, über das Platzl und die Pfisterstraße am Nationaltheater vorbei und über den Max-Joseph-Platz zum Odeonsplatz. Der liegt direkt am Hofgarten, quasi dem Vorgarten der Staatskanzlei. Wir spazieren einmal schräg durch den Hofgarten, links an der Staatskanzlei vorbei zur Prinzregentenstraße und damit zur Eisbachbrücke. Gleich hinter der Brücke ist die berühmt-berüchtigte Eisbachwelle, auf der seit fast vierzig Jahren gesurft wird. Natürlich überwiegend im Sommer, aber nicht nur.

Ich hatte Glück. Das Wetter war so toll, dass schon Ende Februar zwei mutige Surfer unterwegs waren. Neopren macht’s möglich. Im  Sommer hat’s hier mitunter ganz schön viel Publikum, aber so früh im Jahr, kann man sich noch völlig ungestört und ganz gemütlich zwischen die Bäume am Ufer setzen und den Surfern zusehen.

Übrigens, wer sich für die Geschichte des Eisbachsurfens interessiert, dem empfehle ich den wunderbaren Dokumentarfilm ‚Keep Surfing‘, der 2010 auf dem von Robert de Niro gegründeten Tribeca Film Festival  gezeigt wurde und dort wie auch hier in München zum Publikumsliebling avancierte.

Münchens grüne Oase mit Ausblick

Nach dieser kurzen Verschnaufpause geht’s weiter in den Englischen Garten, über den man jetzt eine ganze Menge interessanter Sachen schreiben könnte; z.B. dass er größer ist als der Central Park und schon über zweihundert Jahre alt ist, aber das interessiert einen alles gar nicht, wenn man über die Wiesen spaziert.
Der englische Garten ist eine riesige, ruhige Oase inmitten einer Metropole. Und genauso fühlt sich das auch an. Hier kann man stundenlang in der Sonne liegen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass man mitten in der Stadt ist und nicht irgendwo auf dem Land. Wer nicht nur schlendern und entspannen möchte, der kann hier und hier nachlesen, was es über den Englischen Garten alles zu wissen gibt. Und dann mitkommen zum Monopteros, von dem aus man den besten Blick über den Südteil des Gartens und die dahinterliegende Stadt hat.
Danach geht’s direkt weiter zum Chinesischen Turm, der zwar an und für sich schon eine Sehenswürdigkeit ist, aber –was uns an dieser Stelle mehr interessiert – neben Münchens zweitgrößtem Biergarten liegt. 7500 Menschen können hier bierglückselig gemacht werden. Und anders kann man das wirklich nicht nennen. Überhaupt sind Biergärten eine großartige Erfindung. Bier schmeckt soviel besser an der frischen Luft als drinnen! Aber ich schweife ab.
  
Vom Chinesischen Turm geht es gen Westen Richtung Schwabing. Und nun hat man die Wahl: wenn die Füße noch wollen, geht es weiter durch Schwabing-West in Richtung Olympiapark. Allemal ein Viertel, das sehr sehenswert ist und mit jeder Menge netter, kleiner Läden aufwartet. Wer allerdings schon leicht erschöpft ist – und das ist an dieser Stelle durchaus möglich, wir haben ja schon eine ordentliche Strecke zurückgelegt – der steigt an der Münchner Freiheit in die U3 und fährt die vier Stationen mit der Bahn. Man muss es ja auch nicht übertreiben, gell?

Das Olympiazentrum ist sozusagen unsere Endhaltestelle. Und was für eine! Das Olympiastadion von 1972 ist immer noch ein Wahnsinnsanblick, gerade bei strahlendem Sonnenschein oder in der späten Nachmittagssonne, wenn das Licht sich in der glänzenden Zeltdachkonstruktion spiegelt.

Um das noch besser zu sehen, wollen wir hoch hinaus, und zwar auf den knapp 300 Meter hohen Olympiaturm. Der hat bis Mitternacht auf und bietet den besten Blick auf München und die Berge, den man sich wünschen kann. Wir gehen ganz nach oben, auf die etwas kleinere, zurückgesetzte Aussichtsplattform und schauen auf die Stadt, die wir uns gerade zu Fuß erobert haben.

Dabei wird klar, dass wir zwar viel gesehen haben, aber doch eigentlich nur ganz wenig...

München auf einen Blick:

Schlafen: Über airbnb findet man in München immer eine nette Unterkunft. Wem aber eher nach Hotel zu Mute ist, dem können wir das strategisch günstig gelegene Motel One am Ostbahnhof empfehlen.

Essen: In München ist alles lecker! Wer's zünftig und gutbürgerlich mag, wird auf dem Viktualienmarkt voll auf seine Kosten kommen. Besonders nett ist's außerdem im Laden auf der Türkenstraße, und ein Geheimtipp in Neuhausen-Nymphenburg ist der Malzraum in der Artilleriestraße.

Sehen: der Olympiaturm hat bis Mitternacht auf, der letzte Aufzug nach oben fährt um 23:30Uhr. Für nur 5,50€ sind Sie dabei.

Pflichtangabe*


CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

Kommentare

  • Lina
    Website

    15.04.2017 | 00:40 Uhr
    Hallo,

    ich bin vor 5 Jahren wegen meinem Freund nach München gezogen. Und ich habe mich in diese Stadt regelrecht verliebt. Die Innenstadt, die Menschen aber auch das Umland sind einfach toll. Ein Städtetrip hierher lohnt sich alle mal und man muss München einfach mal besucht haben. Hier gibt es viel mehr als nur die Wiesn!

    LG