Unvergessliche Momente auf Sulawesi

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Afrika erleben: Botswana - Das Okavango Delta ruft


Immer praktisch, eine Afrika-Fachfrau in den eigenen Reihen zu haben, für den Fall, dass man mal ein Afrika-Special im Blog bringen möchte, was?

Isis war wieder unterwegs, diesmal in Botswana, genauer: im Okavango Delta. 

Kannst du dich für unsere Leser in wenigen Worten kurz vorstellen?

Ich bin Isis, die Social Media-Managerin vom Parkvogel. Ich bin ein Riesen-Afrikafan und hab bereits ein Interview zu Namibia beigesteuert.

Was gefällt dir besonders am Reisen in Botswana?

Zu sehen, wie die Vegetation und die Landschaft durch Jahreszeit und Wasser so unheimlich verändert wird. Zudem bietet Botswana ganz unterschiedliche Landschaften. Neben dem Okavango Delta liegt ein Teil der Kalahari in Botswana und wiederum ist es flach, teilweise leicht hügelig und ländlich. Und Botswana bietet natürlich eine unheimliche Vielfalt an Tieren.

Was hast du vom Land gesehen? 

Das erste Mal war ich nicht wirklich als Tourist da. Ich lebte schon einige Zeit in Südafrika und habe dort einen Freund besucht, der in einem Krankenhaus in Ramotswa - einer kleineren Stadt - ein Praktikum gemacht hat.

Es gibt eine direkt  Überlandbus-Verbindung zwischen Pretoria und Gabarone. Durch diesen ersten Aufenthalt kam ich in den Genuss, nicht nur das „normale“ Leben dort kennen zu lernen, sondern auch das Nachtleben der Hauptstadt Gabarone zu erleben. Ramotswa ist durch eine Busverbindung mit von der Hauptstadt aus zu erreichen. Einfach an den Straßenrand stellen, so jede Stunde kommt schon ein Bus. Aber: Gelassenheit mitbringen, das kann auch schon mal länger dauern!

Drei Jahre später dann kehrte ich als 'schnöder' Tourist nach Botswana zurück und verbrachte knapp eine Woche im Okavango Delta und Umgebung.

Was hat dir am besten gefallen? 

Wir haben auf einer kleinen Insel im Okavango Delta gezeltet. Ohne Strom, Wasser und Klo. Vorm Regen schützte uns nur eine behelfsmäßige Plane und es war wahrscheinlich mit die schönste Reiseerfahrung meines Lebens.

Erst ging es mit einem Motorboot mitten ins Delta. Auf dem Hinweg zur Ablegestelle sind wir natürlich wiedermal mit dem Auto stecken geblieben - unfreiwilliges Parken mal anders. Auf dem Weg zur Insel stieß dann aber auch das Motorboot an seine Grenzen und wir stiegen in kleine Kanus – Mokoros genannt – um. Mokoros bieten Platz für drei Personen. Zwei sitzen, der Fahrer steht und steuert das Mokoro mit einem langen Stab, wie eine venezianische Gondel.

So machten wir uns durch das grüne Dickicht auf den schmalen Wasserwegen gen der kleinen Insel auf, auf der wir drei Tage bleiben würden. Einmal angekommen wurde das Lager aufgeschlagen, inklusive des provisorischen Regenschutzes, den wir zwischen die Bäume spannten. Auch wurde brav ein Klo-Loch gebuddelt. Wunderbartief und sogar mit Sitzbalken. Was waren wir stolz auf uns! 

Die nächsten Tage verbrachten wir mit ausgedehnten Wanderungen auf benachbarten Trockenflächen und Ausflügen mit den Mokoros. Das Wasser stand hoch, denn im Januar verwandeln die Zuflüsse aus Angola das Okavango Delta in eines der schönsten Naturschauspiele der Welt.

Was möchtest du noch unbedingt sehen?

Die Kalahari in Botswana. Da soll man die Löwen besonders gut brüllen hören.

Wodurch unterscheidet sich das Reisen in Botswana vom Reisen in anderen Regionen?

Wenn man wie ich längere Zeit in Südafrika verbracht hat, dann verwundert einen Botswana erstmal. Kaum vergitterte Häuser und keine Menschen, die auf dein geparktes Auto aufpassen, wie es in Südafrika Gang und Gäbe ist. Die unterschiedliche Historie der beiden Nachbarländer spürt man deutlich.

Was sollte man auf gar keinen Fall machen, wenn man in Botswana unterwegs ist?

Sich zwischen ein Flusspferd und das Wasser stellen! Das gilt natürlich für jede Region in der Flusspferde heimisch sind.

Was sollte man unbedingt tun, wann man in Botswana unterwegs ist?

Campen in der Natur…ohne Schnick und Schnack.

Hast du einen Geheimtipp für Reisebegeisterte? 

Ja, einen Übernachtungstipp. Und zwar das Guma Lagoon Camp. Es befindet sich entlang des Ufers der Guma Lagune auf der nordwestlichen Seite des Okavango. Von der Holzterrasse (die ist der eigentliche Tipp) hat man einen unbeschreiblichen Blick auf die Lagune und den Fluss. Wir saßen dort noch in den späten Abendstunden zusammen und haben den Löwen und den Vögeln zugehört.

Was war dein absurdestes Erlebnis in Botswana?

Wir waren gerade auf einer Wanderung im Okavango Delta. Natürlich mit einem erfahrenen Führer. Als am Ende des Weges auf einmal ein riesiges Warzenschwein stand. Sofort kam die Geste des Guides, dass wir alle stehen bleiben und ruhig sein sollten. Aber da wir eh schon alle starr vor Schreck und Angst waren, war das eine ganz einfache Sache. Angreifende Warzenschweine sind nämlich mehr als nur gefährlich. Und so standen wir da. Minutenlang. Das Warzenschwein guckte uns an und wir guckten so freundlich und unschuldig wie möglich zurück. Irgendwann endlich entschied es sich dazu, wieder im Dickicht zu verschwinden. Unsere Herzen pochten aber noch eine ganze Weile weiter. Die ganze Situation war beängstigend und absurd zugleich. 

Würdest du Botswana als Reiseziel empfehlen? Auch für Familien mit Kindern?

In Botswana sind alle kinderfreundlich. Wie aber eigentlich überall im südlichen Afrika. Botswana ist nach meiner Erfahrung zudem ein recht sicheres Reiseland, und Kinder mit Freude an Bootstouren und wilden Tieren kommen da sicherlich auch auf ihre Kosten.

Ansonsten erhält Botswana auch ohne Kinder meine ganz klare Empfehlung als Reiseland.

Wie sieht das mit dem Budget aus? Ist das Reisen in Botswana eher teuer oder eher günstig? 

Botswana ist im Vergleich was beispielsweise Safaris betrifft nicht so teuer wie Kenia, aber teilweise herrscht dort schon europäisches Niveau! Leider, wie immer, kommt es ganz darauf an, was man machen möchte. Eine Busfahrt von Ramotswa nach Gabarone kostet nur wenige Cents. In den Nachtclubs hingegen zahlt man für einen Longdrink auch mehr als 5 Euro.

Entsprach Botswana ungefähr den Erwartungen, die du vorher vom Land hattest?

Meine Erwartungen waren ganz komisch. In Bezug auf das Okavango Delta fehlte mir vorher die Vorstellungskraft. Ich hatte unzählige Berichte gesehen, doch selbst einmal inmitten dieser Wasserlandschaft zu sein, übertrifft dies bei Weitem. Nachts Löwen zu hören, während man sich von seinem Zelt zum vorher eigens gegrabenen bereits erwähnten Klo-Loch tastet: Ein Erlebnis!

Welche Art der Reise würdest du empfehlen?

Um gerade das Okavango Delta in seiner Gänze zu erfahren, empfehle ich geführte Safaris, beziehungsweise geführte Ausflüge. Sollte man mit einem Mietauto unterwegs sein, muss das natürlich Allradantrieb haben. Die Gefahr, doch im Matsch stecken zu bleiben, ist dennoch hoch. Deshalb am besten immer mit mehreren Leuten unterwegs sein, wenn man nicht im Auto übernachten möchte.

Was sollte man unbedingt dabei haben, wenn man nach Botswana reist?

Bezogen auf das das Okavango Delta: Lust an purer Natur!!! Und keine Angst vor Matsch, Schlamm und Dreck - und nach drei Tagen ohne Wasser, zweimal mit-dem-Auto-im-Matsch-stecken-bleiben sowie längeren Wanderungen ist die erste Dusche die schönste Dusche auf der ganzen Welt. Auch wenn es sich um eine kalte Außendusche handelt.

Oh, und natürlich die schon angesprochene Gelassenheit, vor allem wenn man mit dem Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.

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