Unvergessliche Momente auf Sulawesi

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Afrika erleben: Ghana - Ganz und gar Afrika


Heute dreht sich alles um Ghana - nicht nur der nächste Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft, nein auch ein wunderschönes, aber oftmals als Urlaubsziel übersehenes Land in Westafrika.

Kannst du dich für unsere Leser in wenigen Worten kurz vorstellen?

Mein Name ist Marco, ich arbeite in der Entwicklungszusammenarbeit und bin deshalb beruflich viel in Afrika, Asien und Lateinamerika unterwegs, sowohl für kurze Reisen als auch für längere Abschnitte. 

Wo lebst du gerade und was machst du da?

Im Moment lebe ich in Sunyani. Das ist eine Kleinstadt mit 70.000 Einwohnern in Zentralghana.

Was gefällt dir besonders am Leben in Sunyani?

Anders als in den afrikanischen Metropolen ist das Leben hier sehr ruhig. Ganz besonders freue ich mich, dass es hier noch kein Verkehrschaos gibt.

Hast du schon viel vom Land gesehen?  Wenn ja, was?

Die verschiedenen Highlights von Ghana habe ich mir schon angesehen: die alten Sklavenburgen an der Küste, den Voltasee, die Berge an der Grenze zu Togo, den Mole-Nationalpark mit seinen Elefantenherden im Norden und die traumhaften Strände an der Westküste kurz vor der Grenze zur Elfenbeinküste.

Kommst du oft dazu, herum zu reisen?

Ich komme beruflich viel herum, insbesondere in kleinere Städten, die über das ganze Land verteilt sind. Große Touristenattraktionen gibt es da natürlich nicht. Zum Glück liegt Sunyani recht zentral, so dass man auch an verlängerten Wochenenden etwas vom Land sehen kann.

Was hat dir am besten gefallen?

Der Mole-Nationalpark ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Kleiner, weniger touristisch und auch mit weniger verschiedenen Tieren als in den Safari-Regionen Ostafrikas. Trotzdem lohnt sich der lange Weg über schlechte Straßen. Das Mole Motel liegt auf einer Anhöhe. Von dort hat man einen tollen Blick auf ein Wasserloch, an das Elefantenherden zum trinken und baden kommen. Anders als in Ostafrika macht man in Mole die Safari zu Fuß. Dabei kommt man sehr nah an die Elefanten heran. Manchmal schaut man morgens aus dem Zimmerfenster und direkt vor der Terrasse steht ein Elefant. 

Was möchtest du noch unbedingt sehen?

Die Upper West-Region kenne ich noch nicht. Da möchte ich auch noch hin, dann bin ich in allen zehn Regionen von Ghana gewesen. Nahe der Grenze zu Burkina Faso und der Elfenbeinküste gibt es dort das Wechiau Hippo Sanctuary. Dort kann man mit kleinen Booten herumfahren und viele verschiedene Vögel und natürlich Flusspferde beobachten.

Wodurch unterscheidet sich das Reisen in Ghana vom Reisen in anderen Regionen?

Ghana ist nicht auf Tourismus ausgerichtet. Man muss daher ein viel Improvisationstalent, Geduld und Eigeninitiative mitbringen.

Was sollte man auf gar keinen Fall machen, wenn man in Ghana unterwegs ist?

Ghanaer sind sehr höflich und herzlich, es wird viel gelacht. Man sollte aber aufpassen, nicht unbedacht in Fettnäpfchen zu treten. Wenn man z.B. beim Einkauf Geld übergibt, auf gar keinen Fall die linke Hand benutzen. Das ist grob unhöflich bis beleidigend, da die linke Hand die „schmutzige“ ist. Auch bei der Kleidung sollte man ein paar Regeln beachten. Rot wird z.B. nur zu Beerdigungen getragen.

Was sollte man unbedingt tun, wann man in Ghana unterwegs ist?

Große Touristenattraktionen gibt es in Ghana ohnehin wenige. Man sollte daher nicht nur die Sklavenburgen an der Küste anschauen, sondern auch ein paar der kleineren Ausflugsziele im Landesinneren in die Reiseroute einbauen.

Hast du einen Geheimtipp für Reisebegeisterte? (z.B. einen eher abseits gelegenen Ort, eine großartige Kneipe, einen bestimmten Wanderführer, etc.)

Südlich von Kumasi liegt der Lake Bosumtwe, der durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist. Wenn man kurz vor Einfahrt in den Hauptort Abono nach links auf eine kleine unbefestigte Straße abbiegt, kommt man nach einigen Kilometern zum Lake Point Guesthouse. Dort gibt es schön eingerichtete Hütten, einen kleinen Strand am See und gutes Essen. Nachts kann man Ruhe und Dunkelheit genießen und Fledermäuse beobachten.

Was war dein absurdestes Erlebnis in Ghana?

Als in einem Restaurant in der Nähe von Sunyani zwar eine 10-seitige Speisekarte gebracht wurde, aber alles außer Huhn mit Reis nicht zu bekommen war. Das kommt zwar öfter vor, in diesem speziellen Fall musste aber die Kellnerin für jedes einzelne Gericht, das wir bestellen wollen in der Küche nachfragen. Das dauert.

Würdest du Ghana als Reiseziel empfehlen? Auch für Familien mit Kindern?

Auf Ghana muss man sich einlassen. Wer große Attraktionen und gut organisierten Tourismus möchte, ist sicherlich in anderen afrikanischen Ländern besser aufgehoben.

Wie sieht das mit dem Budget aus? Ist das Reisen in Ghana eher teuer oder eher günstig? 

Ghana ist kein besonders billiges Reiseland. Wieviel man ausgeben muss, hängt auch von der Art des Reisens ab. Lokales Essen und Getränke sind recht günstig. Wer europäische Restaurants möchte, muss aber tiefer in die Tasche greifen. Den größten Kostenfaktor, die astronomischen Mieten in der Hauptstadt Accra, muss man zum Glück als Tourist nicht zahlen.

Entsprach Ghana ungefähr den Erwartungen, die du vorher vom Land hattest?

Im Großen und Ganzen ja. Überrascht war ich darüber, wie hügelig der Süden ist und über die großen landschaftlichen Unterschiede zwischen Norden und Süden.

Welche Art der Reise würdest du empfehlen? 

In Ghana muss man auf jeden Fall selbst organisiert reisen. Die Rucksackreise ist daher die beste Option.

Was sollte man unbedingt dabei haben, wenn man nach Ghana reist?

An Mückenschutz und Malariaprophylaxe denken. Das Risiko ist in Ghana sehr groß. 

Na, die Tipps werden wir beherzigen! Tausend Dank, Marco!

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