Unvergessliche Momente auf Sulawesi

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Afrika erleben: Uganda - Kultur in Uganda


Heute nimmt uns Kathy mit nach Uganda und wir sind dafür mehr als dankbar. Kommt auch mit!

Kannst du dich für unsere Leser in wenigen Worten kurz vorstellen?

Kathy, 32, ein Lächeln auf dem Gesicht.

Haha, sehr schön, so sollte das auch sein! Erzähl mal, wo lebst du gerade und was machst du da?

In Kampala, Uganda. Ich arbeite für das Goethe-Zentrum Kampala/ Ugandan German Cultural Society (nein, wir sind nicht das Goethe-Institut, sondern lediglich Kooperationspartner) als „Kulturelle Programmkoordinatorin“ - ich bin also für die Kulturarbeit zuständig.

Was gefällt dir besonders am Leben in Uganda?

Mein Job ist super, die Sonne scheint meist, es ist warm, ich kann machen, was ich gerne mache und werde (wenn auch nicht sonderlich gut aber immerhin) dafür bezahlt. Das Land ist klimatisch toll, die Landschaft abwechslungsreich und die Pflanzen- und Tierwelt wahnsinnig vielfältig.

Hast du schon viel vom Land gesehen?  Wenn ja, was? (besondere Sehenswürdigkeiten, Orte, Routen, Wanderwege, etc. etc.)

Uganda ist wie gesagt sehr vielfältig. Bislang war ich in zwei Nationalparks auf so-called „Safari“ - game drive, nennt man es hier. Murchison Park und Queen Elizabeth Park.
Man kann von Safaris halten was man will, aber wenn man mal eine Giraffe in freier Wildbahn hat rennen sehen (Murchison) und Elefanten-Familien am Nil-Ufer (Murchison) oder dem Kazinga Channel (QE) - und da sind es massig viele Elefanten-Familien!! - ist das einfach ziemlich beeindruckend.

Ansonsten ziehe ich die ländliche Gegend vor, um Fort Portal rum an den Ausläufern der Rwenzori Mountains sind verschiedene Kraterseen, der Lake Bunyonyi im Süden ist etwas kühler und verregnet, aber super zur Erholung; die Sipi Falls im Osten, nahe der kenianischen Grenze und am Fuß des Mount Elgon, Jinja an der Nil-Quelle, Entebbe am Viktoria-See.
Und die Dörfer in denen man auf dem Weg zu den 'Attraktionen' landet, sind auch schön, wenn auch auf eine vielleicht nicht unbedingt dem romantisch-idyllischen Afrika-Klischee entsprechende Art und Weise.

Kommst du oft dazu, herum zu reisen?

Leider eher selten, was an meinem Arbeitspensum liegt, aber doch immer wieder. 

Was hat dir am besten gefallen?

Prinzipiell ist es immer erholsam, aus Kampala raus zu kommen, die Luft ist gleich viel besser, alles entschleunigt sich etwas. Ich glaube Fort Portal und die Umgebung sind momentan auf Platz eins, aber ich habe vieles auch einfach noch nicht gesehen – ich arbeite aber daran. 

Was möchtest du noch unbedingt sehen?

Ich möchte gerne noch den Norden und Nordosten sehen, und auch der Nordwesten fehlt mir. Ansonsten natürlich die Region im Allgemeinen, also die Nachbarländer – noch habe ich es nicht aus Uganda rausgeschafft.

Wodurch unterscheidet sich das Reisen in Uganda vom Reisen in anderen Regionen?

Uganda ist nicht wirklich auf low-budget Tourismus ausgelegt. Was nicht heißt, dass man nicht auch kostengünstig reisen kann. Aber neben den schlechten Straßen sind kaputte, überfüllte Busse und teure oder sehr simple Unterkünfte nicht ganz das, was man vielleicht von europäischen oder südamerikanischen Rucksackreisen gewohnt ist.

Umso schöner, wenn die Busverbindung stimmt und der Bus keine Panne hat. Das ist spannend, weil man mit vielen Menschen in Kontakt kommt und interessant, wenn man improvisieren muss. Meist ist aber alles irgendwie verhandelbar. Wer etwas mehr Geld in der Tasche hat, kann aber auf gute Unterkünfte zurückgreifen, vielleicht auch mit Auto und Fahrer reisen und findet alle Annehmlichkeiten, sofern das Budget es erlaubt. 

Was sollte man auf gar keinen Fall machen, wenn man in Uganda unterwegs ist?

Ohne Regenjacke reisen.

Was sollte man unbedingt tun, wann man in Uganda unterwegs ist?

Sich in eine kleine lokale Küche oder Bar am Straßenrand setzen und mit Menschen ins Gespräch kommen. Rolex essen. Matooke probieren.

 

Hast du einen Geheimtipp für Reisebegeisterte? 

Die große Tour bei den Nkuruba Crater Lakes inklusive schwimmen unterm Wasserfall, sowie die Bootstouren in den Nationalparks.

In Kampala lohnt sich ein Abstecher in Kabalagala, was der ugandischen Mittelklasse meist zu ranzig ist, aber – wenn man auf sein Portemonnaie achtet – viel Stimmung hat. Vor allem „Vision of Congo“ und „Timelezz“ bieten sich zum Tanzen an, im Timelezz zu ugandischem Reaggaton und Dancehall Musik – gewöhnungsbedürftig aber mit Humor doch gut zu nehmen.

Das beste äthiopische Essen ist auch ganz nah, Dukem, an der Ggaba Road hinterm Capital Pub. Die beste Kneipe, Freitags immer mit Live Musik ist definitiv das Tilapia in Bunga. Und guten Fisch gibt es am Viktoria See in den kleinen Marktspelunken in Ggaba.

Und natürlich lohnt es sich zu sehen, was das Goethe-Zentrum gerade so auf dem Programm hat. 

Würdest du Uganda als Reiseziel empfehlen? Auch für Familien mit Kindern?

Man kann in Uganda definitiv auch mit Kindern reisen. Die Malaria-Gefahr ist nicht so wahnsinnig hoch und die Nationalparks sind definitiv der Hammer mit Kindern. An vielen Orten gibt es Affen, was auch immer ein Highlight ist. Nur Kampala ist mit Kindern vielleicht etwas langweilig, wenn man Urlaub machen will.

 

 

Wie sieht das mit dem Budget aus? Ist das Reisen in Uganda eher teuer oder eher günstig? Hast du ein Preisbeispiel für uns? (z.B. wieviel kostet ein Überland-Busticket? Oder wieviel kostet ein Liter Wasser?)

Naja, also Busfahrten kosten selten mehr als 50.000 UGX, ca 17 EUR. Sprit ist allerdings recht teuer (über einen Euro der Liter). Ein Liter Wasser kostet zwischen 30 und 50 Euro-Cent. Aber Unterkünfte an Touri-Orten sind oft eher teuer, man findet auch einfaches für ca 15 Euro die Nacht, aber es geht auch schnell mal auf 100 Dollar zu.

Entsprach Uganda ungefähr den Erwartungen, die du vorher vom Land hattest?

Ich hatte keine Erwartungen.

Welche Art der Reise würdest du empfehlen? 

Kommt wirklich drauf an, was man möchte. Das klassische Touri-Programm sind diverse Safaris, die Schimpansen, Gorillas und was nicht alles. Das empfiehlt sich mit Auto (evtl. sogar mit Fahrer) und ist eher teuer. Wer mehr Zeit oder wenig vor hat, kann super mit dem Bus und Rucksack reisen.

Was sollte man unbedingt dabei haben, wenn man nach Uganda reist?

Eine Kamera und - weil die Straßen oft staubig sind-  ein Tuch und eine Sonnenbrille.

Tausend Dank, Kathy, für diesen wunderbaren Beitrag zu unserer Afrikareihe. Wir hatten bis dato keine wirkliche Vorstellung von Uganda und fanden es sehr spannend, dir zuzuhören!

Wenn Kathy aber nicht gerade von uns genötigt wird, über ihr Leben in Uganda Rede und Antwort zu stehen, organisiert sie eines der größten Kunstfestivals in Kampala: das LaBa! Arts Festival. Und weil das eine ziemlich spannende Angelegenheit ist, haben wir sie gebeten, uns doch auch noch ein bisschen davon zu erzählen:

 

Das LaBa! Arts Festival soll dieses Jahr an zwei Plätzen im öffentlichen Raum, mitten in Kampala stattfinden, was hier keineswegs üblich ist. Wir, meine Kollegin Caro und ich, haben es geschafft, die Stadtregierung auf unsere Seite zu bringen, d. h. die KCCA (Kampala Capital City Authority) unterstützt uns. Wir haben es außerdem geschafft - und das ist das wichtigste - den Künstlern unser neues Konzept zu vermitteln:

Das Festival findet unter dem Motto "The City is our Space" (Die Stadt ist unser Raum) statt und lädt Künstler und Besucher ein, die Stadt für ein Wochenende kreativ zu erobern. 

Am Samstag, den 7. Juni sind wir in Kisementi. Das ist ein großer Parkplatz umgeben von verschiedenen Bars, Cafés, Restaurants, Läden und Supermärkten, und neuerdings auch von einer riesigen Shopping Mall. Kisementi liegt am Rande des Kololo Hill, wo nicht nur die meisten Botschaften liegen, sondern auch viele Botschafter und andere Entsandte wohnen - entsprechend groß sind die Häuser und gut geteert die Straßen. Gleichzeitig liegt Kisementi aber auch ganz nah an der Kira Road, in der sich das Uganda Museum, diverse Galerien, Kunst- und Kulturorganisationen befinden.  Auf der anderen Seite der Kira Road fängt Kamwokya an. Und ein Großteil Kamwokyas gilt eher als "Ghetto" oder "Slum". Ihr seht, Kisementi ist zwar eher "up town", aber vor allem mitten im Leben der Stadt. 

Am Sonntag, den 8. Juni sind wir dann in Nsambya. Hier wohnt vor allem die untere Mittelklasse in "gated compounds", viele Sudanesen und Eriträer. Und wenn man von den etwas "besseren" Staubstraßen abbiegt, kommt man unmittelbar in das, was für die meisten Ugander 'zu Hause' heißt, und manche vielleicht schon als "Slum" beschreiben würden. Sehr einfache Behausungen, oft kein Strom und fließend Wasser, aber nicht immer. Hier gibt es aber auch viele v.a. ugandische Organisationen, die kommunale Projekte zur Förderung von Kreativität bei Kindern und Jugendlichen durchführen. 

Wir wollen also einerseits Künstler herausfordern, kreative Interventionen im öffentlichen Raum zu machen, sich mit ihrer Umgebung zu beschäftigen und aus den üblichen (wenigen) Ausstellungsräumen, Theatern und Clubs auszubrechen. Gleichzeitig wollen wir, dass ein Laufpublikum über Kunst "stolpert", Kunst erfährt und wertzuschätzen lernt. Und nicht zuletzt soll gerade in Nsambya Kunst als Kommunikations- und Ausdrucksmedium wahrgenommen werden, und als Einkommesquelle (z.B. durch Kunsthandwerksarbeiten mit recycelten Materialien).

Ihr seht, wir haben viel vor!

Allerdings haben wir auch ein Problem: wir finanzieren all unsere kulturelle Arbeit ausschließlich über externe Partner und Sponsoren. Dieses Jahr ist das gar nicht einfach (ist es nie, aber dieses Jahr besonders). Ein wichtiger Teil dieser Partner und Sponsoren sind hier nämlich immer verschiedene Botschaften, und dieses Jahr sind die Gelder für Uganda extrem gekürzt worden, was sich vor allem auf das Kulturbudget auswirkt (an welcher Stelle das Sinn macht, ist eine andere Geschichte).
Wir sind, kurz gesagt, noch im Minus, aber wir werden das Festival dennoch stemmen. Wir haben viele Freiwillige an Bord und ein engagiertes Künstlerkommitee. Dennoch würden wir uns über Spenden freuen, weil wir dann nicht nur weniger improvisieren müssten, sondern auch weniger streichen.

Falls einer von euch jetzt Lust hat, das LaBa! Arts Festival mit einer kleinen Spende zu unterstützen, kann er das hier tun. 

Hier geht's zur Übersicht über unsere Afrikawochen mit Auflistung aller Länder.