Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Unberührte Inselwelten und uralte Rituale

Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Mit dem Auto durch Island - Unser großer Roadtrip


Blick aus dem Auto über Straße und Meer in Island

Unser Buckelpisten 1x1 für einen Roadtrip durch Island

Mehrstündige Autofahrten in Island sind eines niemals: langweilig. Man muss auch eigentlich wirklich nicht darauf achten, regelmäßig Kaffeepausen einzulegen, um auf langen Fahrten wach zu bleiben, dafür sorgt schon der konstant hohe Adrenalinpegel. Bei Fahrer und Beifahrer gleichermaßen. 

Gerüchten zufolge sind schon langjährige, krisenerprobte Beziehung an der Frage gescheitert, in welchem Gang nun bitte die nächste glitschige Steilkurve genommen werden sollte (Pro-Tipp: immer im zweiten).

Es ist ebenfalls bis heute ungeklärt, ob es entspannender ist, Fahrer oder Beifahrer zu sein. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Während der Fahrer lediglich damit beschäftigt ist, das Auto auf der Straße zu halten, ist es Aufgabe des Beifahrers den Fahrer durch gute Ratschläge und Hinweise zur korrekten Bedienung eines Kraftfahrzeuges konstant bei Laune zu halten. Kein einfaches Unterfangen!

grüne Landschaft in Island

Ich habe euch da mal eine kleine Liste zusammengestellt, warum Autofahren in Island so großartig ist:

1. Man weiß nie, was in Island hinter der nächsten Kurve lauert

Klar ist ein Großteil der Ringstraße asphaltiert - aber eben nicht durchgängig. Und alles, was nicht offiziell Ringstraße ist, spielt sowieso eher in der Offroader-Liga. Wer keinen Vierradantrieb hat, sollte sich von den Hochlandstraßen tunlichst fernhalten. Es macht den Isländern zwar nichts aus, regelmäßig loszuziehen, um unvorsichtige Touristen aus Schlammfeldern, reißenden Fluten oder Schneewehen zu retten, aber man muss ihre Gutmütigkeit ja nicht unbedingt überstrapazieren.

2. Die Aussicht ist immer, wirklich immer atemberaubend

Egal, wo auf der Insel man unterwegs ist, die Chancen sind gut, dass es was zu sehen gibt. Von den mächtigen Fjorden im Nordwesten, über die bizarren Mondlandschaften im Norden, die überraschenden Waldgebiete im Osten und die moosigen Lavaebenen im Süden - langweilig ist definitiv anders. Das wissen auch die Einheimischen und haben vorsorglich in regelmäßigen Abständen Haltebuchten eingerichtet, damit man auch ja genug Gelegenheit hat, seine Speicherkarten vollzuknipsen. Ein bisschen aufpassen muss man dennoch: es kommt immer mal wieder vor, dass Touristen einfach mitten auf der Straße, womöglich sogar in schlecht einsehbaren Kurven, zum Fotografieren anhalten. Auch wenn man den Eindruck hat, man befände sich ganz alleine auf diesem Planeten und weit und breit niemand zu sehen ist: die Ringstraße ist trotzdem eine relativ viel befahrene Route, auf der um die 100 Stundenkilometer möglich sind. Wer da einfach so anhält ist ein klassischer Kandidat für den Darwin Award.

Straße durch grüne Berglandschaft unter bewölktem Himmel

3. In Island gibt es einspurige Tunnel mit Gegenverkehr 

Ja, genau. Und keine kleinen Minitunnel, sondern richtig lange, mit Ausweichbuchten und Funzelbeleuchtung.  Mein Lieblingstunnel ist der auf der Route 76 Richtung Siglufjördur - unbedingt mitnehmen, lohnt sich!

4. Man begegnet unterwegs den letzten echten Abenteurern

Okay, jetzt können wir uns erstmal um die korrekte Definition von 'Abenteurer' streiten, klar, aber selbst wenn man den Begriff eng auslegt, gehören die Einmal-um-die-Insel-Radler auf jeden Fall dazu. Island ist kein plattes Land. Nicht mal da, wo die Landschaft den Eindruck erweckt, relativ platt zu sein. Die Straße führt immer auf und ab, oft in weiten, geschwungenen Kurven, die sich unbarmherzig in die Höhe schrauben. Das sind Strecken, die einem japanischen Kleinwagen alles abverlangen, von Radfahrern ganz zu schweigen. Und die sind im Zweifel auch noch schwer bepackt und stecken unter einem unförmigen Regenponcho, denn: Island ist eine Insel, das Wetter ist da alles andere als beständig. Und dann haben wir noch nicht über den Wind geredet. Bei Gegenwind und Regen stundenlang bergauf zu radeln, und das wochenlang, jeden Tag. Also wenn das keine Abenteurer sind, dann weiß ich auch nicht.

Ortsschild nach Hraunum
Blick aus dem Auto auf Schnee

5. Touristenattraktionen sind mitunter nur über Buckelpisten zu erreichen.

Und zwar richtig fette Attraktionen. Den Dettifoss zum Beispiel erreicht man u.a. über die Straße 864, und die hat es wirklich in sich. Trotzdem gondeln da auch Ausflugsbusse entlang, was oft dazu führt, dass man erstmal warten muss, bis sich die Staubwolke gelegt hat, wenn man das Bedürfnis hat, die Straße zu sehen, die man befährt. Klingt jetzt schlimmer als es ist, die Strecke lohnt sich unbedingt: ein gigantischer Wasserfall nach dem anderen (Dettifoss, Hafragilfoss, Selfoss) und die Szenerie ist grandios. Eine Landschaft wie aus einem Science Fiction-Roman.

6. Überhaupt: Wasserfälle - Überall in Island sind Wasserfälle. Überall!

Damals, als Isis, die Island bereits kannte, und ich durch Neuseeland reisten, war ihr beim Anblick der auch dort zahlreichen Wasserfälle meistens nur ein leichtes Schulterzucken abzuringen. Für mich völlig unverständlich. Ich hätte ihr sogar beinahe so etwas wie eine schwere Wasserfall-Ignoranz unterstellt, wäre ich dann nicht selbst nach Island gereist. Jetzt weiß ich was sie meinte, als sie sagte: 'Mein Pensum an Wasserfällen ist für alle Zeiten erschöpft, ich war in Island.'  
Wäre Wasserfall-Spotting ein anerkanntes Trinkspiel im Sinne von 'Ich sehe etwas, was du nicht siehst', es gäbe auf der ganzen Insel kein einziges Lebewesen mit halbwegs passablen Leberwerten. Von den großen hat man ja schon gehört, Dettifoss, Gulfoss, Godafoss. Aber dann gibt's noch so viele mehr, die gemessen an mitteleuropäischen Wasserfallstandards mindestens atemberaubend sind, dass man wirklich irgendwann einen Punkt erreicht, an dem man nicht bei jedem sagenhaft schönen Wasserfall aus dem Auto steigt, sondern nur kurz anerkennend in die Richtung nickt und weiterfährt.
Island ist übrigens ein so lebendiges Land, dass es mal eben neue Wasserfälle gebiert, die dann gleich auch Spitzenpositionen in sämtlichen Rankings einnehmen: 2007 bildete sich im Süden der Morsarfoss und stahl damit dem Glymur den Titel 'höchster Wasserfall des Landes'.

Schmale Straße am Wass entlang in Island

7. Egal, wo man Rast macht, das Essen ist im Zweifelsfall sensationell

Und das gilt auch für relativ abgelegene (wobei - was ist in Island nicht relativ abgelegen?) Kneipen und Restaurants. Besonders zu empfehlen ist das winzige Fischrestaurant ungefähr eine Stunde nördlich von Hvammstangi, auf der Vastnes-Halbinsel. Wenn man es bis dahin geschafft hat, dann hat man tatsächlich auch Hunger und keine Sorge, man kann das Restaurant nicht verfehlen, es ist das einzige auf weiter Flur. Die Speisekarte ist auch extrem minimalistisch: es gibt Fischsuppe. Auf Wunsch mit oder ohne Krabben. Und ich sage euch, das wird die beste Fischsuppe, die ihr jemals gegessen habt. Auch Leute, die eigentlich keine Fischfans sind, kommen in Island auf den Geschmack. Fisch (und alles Meeresgetier, was so auf dem Teller landet) schmeckt hier einfach ganz anders. Besser, frischer, intensiver.
Wer wirklich gar keinen Fisch mag, der kriegt an jeder Tankstelle oder in jedem Supermarkt Hotdogs. Islands inoffizielles Nationalgericht. 

8. Unterwegs ändert man ständig seine Tagespläne.

Das liegt daran, dass man in schönster Regelmäßigkeit über Sehenswürdigkeiten stolpert, die man dort nie erwartete hätte. Das können Wasserfälle sein, die einen dann doch umhauen (oder solche, auf die man ganz am Anfang der Reise trifft, wenn man Wasserfällen gegenüber noch nicht so abgestumpft ist), überraschend spektakuläre Aussichten oder aber - meine Lieblingssehenswürdigkeit - eines der zahlreichen isländischen Freak-Museen. Okay, 'Freak-Museen' ist natürlich nicht der offizielle Terminus, aber er passt und ausschließlich liebevoll gemeint :-)


In Island gibt es natürlich auch ganz klassische Museen, Kunstsammlungen, Landeskundeausstellungen und so weiter. Aber auch solche, die man anderswo eher selten findet: das Penismuseum in Reykjavik ist nur eines davon. Besonders schön ist zum Beispiel das Seeungeheuermuseum in Bildudalur oder auch das Museum Minjasafns Egils Olafssonar in Patreksfjordur, das im Prinzip das Lebenswerk eines chronischen Sammlers darstellt. Von alten Air Force-Maschinen über isländische Alltagsgegenstände aus den verschiedensten Jahrhunderten (Trachten, OP-Besteck, Särge, Walfischharpunen - you name it) bis hin zu originalgetreu nachgebauten (oder vermutlich eher seit Nutzung unberührten) Wohn- und Schlafzimmern. Wirklich interessant - vor allem, wenn man sich eine Privatführung gönnt.


Ganz toll ist auch das Auswanderermuseum in Hofsos (sowieso ein Ort, der sehr zu empfehlen ist). Das Museum ist in mehreren Häuschen untergebracht, die von außen ziemlich hutzelig wirken, aber sich dann innen als überraschend geräumig entpuppen. Vor allem die sehr persönlich erzählten und reich bebilderten Emigrationsgeschichten sind den Besuch auf alle Fälle wert.

Außenansicht eines dreckigen Autos auf grüner Wiese

9. Zeit hat in Island irgendwie ganz andere Dimensionen

Das liegt vor allem daran, dass man für zwanzig Kilometer in Island nicht die gleiche Zeit benötigt, wie für zwanzig Kilometer in, sagen wir, Mitteldeutschland. Die Zeit, die man im Auto sitzt ist zum einen von der Wegbeschaffenheit, von der Robustheit des Fahrzeugs, vom Wetter und natürlich von potentiell ablenkenden Faktoren - Sehenswürdigkeiten, Aussichtspunkte, Wasserfälle, bizarre Felsformationen - um nur einige wenige zu nennen - ab. Zu sagen: "In vier Stunden sind wir dann da und dort." ist immer mehr eine grobe Schätzung denn eine präzise Zeitangabe. Und das tolle ist: das macht selbst den pedantischsten Pünktlichkeitsfanatikern nichts aus, weil das land einfach viel zu schön ist, um auf solche Nebensächlichkeiten wie die Zeit zu achten.

10. Ein Tag - drei Klimazonen in Island

Ich weiß, ich weiß, das gibt's auch in anderen Ländern, aber das heißt ja nicht, dass das in Island nicht besonders erwähnenswert wäre. Wir waren im Hochsommer da, um Mittsommer rum, und da konnte es passieren, dass man morgens bei strahlendem Sonnenschein und fast zwanzig Grad losfuhr, mittags bei strömendem Regen und Nebelsuppe pausierte und dann am Nachmittag durch schneebedeckte Berglandschaften kam. Das verlangt einem schon eine gewisse Weitsicht bei der täglichen Planung des Zwiebellooks ab.

T-Shirt, Pulli, Softshell- und Winterjacke sind eigentlich Standard. Ein Regenschirm ist sinnvoll, wenn man jemanden dabei hat, der ihn halten kann, während man selbst versucht, Fotos zu machen, ohne die Kamera zu ruinieren. Ja nachdem, was man so alles vorhat, benötigt man auch zwei Paar Schuhe: eines zum Autofahren und eines, um potentiell schlammige und unebene Wanderwege entlang zu stapfen.

Das Beste ist aber, wenn man nach so einem Tag, beseelt von den vielen neuen Eindrücken und rechtschaffend fix und alle in die Ferienwohnung zurückkommt, sich mit einem kühlen Bier in der Hand in eine Decke mummelt und der Mitternachtssonne dabei zuguckt, wie sie vergeblich versucht, unterzugehen. 

Wer also Island noch auf der Bucket List stehen hat: machen! Hinfahren! Staunen!

Das ist wirklich eines dieser Ländern, aus denen man komplett tiefenentspannt zurückkommt, weil die Eindrucksvielfalt so gigantisch war, dass es einem den Alltag schon nach wenigen Tagen aus dem Hirn geblasen hat.

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