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Bei den Seelöwen von Portobello - Ein besonderer Tag auf der Otago Peninsula in Neuseeland


Roadtrips sind ja gut und schön, aber manchmal muss man einfach raus aus dem Auto und die Welt zu Fuß erkunden. Es gibt kaum eine bessere Art und Weise, fremde Orte kennenzulernen, als sie sich einfach zu erwandern. Egal ob das nun Großstädte oder Nationalparks sind.

Gerade in Neuseeland gibt es Dutzende sehr gut erschlossene Wanderrouten, über die man sich online hevorragend informieren kann. Und die sind auch alle toll, keine Frage, aber es gibt auch die kleinen eher unbekannten Tracks, von denen man rein zufällig hört, weil sie in kaum einem Reiseführer Erwähung finden. Das sind dann genau die Ausflüge von denen man noch Monate später schwärmt, weil sie sich so ganz ungeplant ergeben haben und der Überraschungsmoment das Erlebte in einem besonders schönen Licht erscheinen lässt.

Portobello auf der Otago Peninsula in Neuseeland

Portobello und die Otago Peninsula - Ein Geschenk des Reisehimmels

Einer dieser Ausflüge führte uns zu den Seelöwen von Allans Beach auf der Otago Peninsula. Und weder Strand noch Halbinsel hatten wir vorher auch nur ansatzweise auf dem Schirm, bzw. unserem Reiseplan. Nach einer ausgedehnten Tour durch die faszinierend schönen Catlins wollten wir uns eigentlich Dunedin anschauen. Reines City Sightseeing sozusagen. Städtisches Kontrastprogramm zu den dichten Regenwäldern und wilden Stränden ganz im Süden der Südinsel. Aber dann kam alles anders, weil sich in ganz Dunedin kein freies Zimmer finden ließ und der Zufall uns in Portobello unterbrachte. Der Zufall hieß übrigens Emma und war die netteste und hilfsbereiteste Rezeptionistin der Welt, die für uns so ziemlich jede denkbare Unterkunft im Umkreis von dreißig Kilometern durchtelefoniert hat und uns schließlich das allerletzte freie Ferienapartment im Portobello Village Tourist Park reservierte.

Portobello also. Rund 20km vom Stadtzentrum Dunedins entfernt war (und ist!) Portobello ein hübsches Küstendörfchen, eingebettet in die sattgrüne Hügellandschaft der Otago Pensinsula. In der Portobello Bay dümpelten friedlich Segelboote vor sich hin, direkt am Wasser gab es einen Biergarten mit Blick auf Otago Harbour und Port Chalmers auf der gegenüber liegenden Seite der Bucht.  Es hätte uns schlimmer treffen können.

Von Portobello zum Allans Beach - durch Hügel zum Strand der Träume

Beseelt von der landschaftlicher Schönheit beschlossen wir, dem Tipp unseres Motel-Besitzers zur folgen und legten gleich am nächsten Tag einen ausgedehnten Wandertag ein. Er hatte uns geraten, Allans Beach zu besuchen, da würde man unterwegs viel von der Halbinsel sehen und der Strand wäre auch ganz nett.

Wir hatten inzwischen gelernt, dass Neuseeländer zum einen die freundlichsten Menschen der Welt sind und zum anderen chronisch untertreiben. Wenn dir ein Neuseeländer sagt, etwas sei 'ganz nett', nimm eine Extra-Batterie für die Kamera mit und sorg dafür, dass auf deiner Speicherkarte Platz für eine vierstellige Anzahl Bilder ist. Wenn dir ein Neuseeländer sagt, etwas sei 'ganz leicht und gar nicht gefährlich' schließ eine Lebensversicherung ab und besuch nochmal deine Oma.

Vom Penguin Cafe aus - in dem man übrigens einen ganz ordentlichen Kaffee to go bekommt - geht es die Allans Beach Road den Berg rauf. Eine schmale, schattige Straße, gesäumt von hübschen kleinen Häuschen, die am höchsten Punkt eine scharfe Biegung macht und den Blick freigibt auf Hoopers Inlet und die Südhälfte der Halbinsel.

grüne Hügel auf der Otago Peninsula

Durch Hügel und Wiesen, die so sehr ans berühmte Auenland erinnern, dass es einen wahrlich nicht überraschen würde, spazierte der ein oder andere Hobbit vorbei, führt die Straße bergab der Küste entgegen. Diese Route ist übrigens perfekt für alle, die unterwegs mal so richtig ihre Ruhe haben wollen. Schafen, Vögeln, Wiesenblumen begegnet man hier ständig, aber anderen Menschen kaum.

Die Gravel Road zum Strand
Schaf beim Grasen in Neuseeland

Wandern vorbei am Hooper Inlet und Allans Beach als Ziel vor Augen

Am Hooper Inlet führt der Weg, der inzwischen zu einer - für Neuseeland so typischen - Gravel Road geworden ist, direkt am Wasser entlang und nach einer Linkskurve gibt er den Blick frei auf zwei kleine Stege und Bootshäuschen.

Bootssteg im Hooper Inlet auf der Otago Peninsula

Nach knapp einer Stunde entfernt sich die Allans Beach Road schnurgerade vom Hoopers Inlet und dann hat man es auch schon fast geschafft: vor einem liegt zur rechten Hand das Allans Beach Farmstay und dahinter erahnt man schon die schmalen Trampelpfade, die zum Strand führen.

Pfad durch den Sand zum Allans Beach auf der Otago Peninsula

Allans Beach und seine Seelöwen

Da ist er endlich, der Strand. Nur noch über die Seelöwenabsperrung drüber geklettert und man ist da. Und will nie wieder weg. Allans Beach ist ein echter Geheimtipp - und bleibt hoffentlich noch lange einer, also psssst!

Warnschild Seelöwen am Allans Beach auf der Otago Peninsula

Ein Strand aus Reiseträumen gemalt - Allans Beach

Mutterseelenalleine spazieren wir barfuß durch die Gischt, genießen es, den Strand ganz für uns zu haben, als wir plötzlich vor etwas großem Braunen stehen, das sich bei näherem Hinsehen als schlafender Seelöwe entpuppt. Bald schon gesellt sich ein zweiter zu ihm und wir setzen uns in sicherer Entfernung auf einen Felsen und genießen den Anblick.

Von all den besonderen Reisemomenten, die wir mitgenommen haben, von all den tollen und wirklich beeindruckenden Dingen, die es unterwegs zu erleben gab, war dieser Nachmittag bei den Seelöwen von Portobello mit Sicherheit ganz weit vorne dabei.

Panoramablick auf den Allans Beach
Seelöwen am Allans Beach auf der Otago Peninsula

Erst als sich die Tiere selber wieder auf den Weg ins Meer gemacht haben, konnten wir uns losreissen und haben uns gemütlich auf den Weg zurück gemacht.

Kurz vor dem Ortseingang von Portobello hält ein Wagen neben uns. Der Fahrer kurbelt das Fenster runter und fragt uns, ob wir vom Allans Beach kämen, ob wir Seelöwen gesehen hätte. Auf der Rückbank beugen sich zwei Kinder neugierig nach vorne und hören ganz genau hin.

Ja, haben wir, und es war unvergesslich.

Ein inspirierter Bloggergruß an dieser Stelle an die Kollegen vom Housetrip, die gerade ofenfrisch duftende Posts zu originellen Ausflugszielen sammeln. War toll, unsere Reise nochmal durchzugehen, um zu überlegen, welcher Ausflug uns am nachhaltigsten beeindruckt hat :-)

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