Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Unberührte Inselwelten und uralte Rituale

Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Blogparade: Der schönste Reisemoment - Und wir entscheiden uns für Whale Watching in Island!


Schiff im Hafen von Husavik in Island

Sabine vom Blog Gecko Footsteps hat sich eine ganz besondere Blogparade überlegt: Mein schönster Reisemoment.

Was gibt es besseres, als über seinen schönsten Reisemoment nachzudenken? Zumal, wenn man dann feststellt, dass man ein ziemliches Sortiment an schönen Reisemomenten hat, aus denen man unmöglich einen einzigen allerbesten rauspicken kann – oder möchte. Totales Luxusproblem. Und ganz ehrlich eines meines Lieblingsprobleme – ich hab durchaus ein paar Tage gegrübelt und in meinen Bilderordnern gewühlt, und mich dann letztendlich auf einen wirklich sehr schönen Moment festgelegt.

Letzten Sommer war ich in Island, für drei wunderbare Wochen und eigentlich gab es täglich mehrere unglaubliche Momente, weil die Landschaft Islands einfach so unglaublich schön ist. Aber ein Moment sticht in der Erinnerung besonders hervor.

Obwohl deutlich zu teuer fürs Reisebudget, hatte ich eine Whale Watching-Tour gebucht. Zum einen, weil das zum klassischen Island-Urlaub einfach dazu gehört und zum anderen, weil eine Freundin bis heute von ihrer Wal-Tour schwärmt – das wollte ich auch erleben.

Whale Watching in Husavik darf bei einer Islandreise nicht fehlen

Husavik ist das Mekka des isländischen Waltourismus und liegt knapp eineinhalb Autostunden nordöstlich von Akureyri, der zweitgrößten Stadt des Landes. Es ist wenig mehr, als ein paar Straßen mit Küste, aber durchaus reizvoll und nett anzuschauen. Im Hafen liegen die Walfänger und die Walbeobachtungschiffe und warten auf die zuverlässig eintrudelnde Kundschaft. Reichlich kommerziell alles, aber dafür entschädigt die spektakuläre Kulisse: strahlend blauer Himmel, tiefblaue See, Gebirge im Hintergrund.

An Bord muss sich jeder einen wärmenden Overall überziehen, denn auf See weht eine steife Brise. Wie eine Ladung kleiner knallgelber Michelinmännchen schippern wir in den Fjord, rund fünfzig Touristen, ein Kapitän und eine Dame, die in gebrochenem Englisch erklärt, wie man Wale sichtet.

Wir sichten aber lange gar nichts. Nicht mal eine Möwe.

Tiefblaues Meer in Husavik

Schippern und warten auf die Wale, deshalb Reisende beobachten

Nach einer halben Stunde fangen die ersten pedantisch veranlagten Amerikaner an, die Gewinnspanne pro Tour auszurechnen und diskutieren Investmentoptionen. Zwei junge Spanierinnen machen Selfies mit dem Kapitän und ein Brite pellt sich wieder aus seinem signalfarbenen Schutzanzug, weil ihm das doch zu unhygienisch ist. Die nette Dame im Ausguck verkündet in regelmäßigen Abständen, dass es nichts, aber auch rein gar nichts zu sehen gibt.

Nach einer dreiviertel Stunde werden die missmutigen Stimmen lauter, der Wind frischt auf und der Brite bereut offenkundig, sich seines Anzugs entledigt zu haben. Noch immer nichts zu sehen, die Dame im Ausguck wirkt selbst enttäuscht.

Ich bereite mich seelisch-moralisch darauf vor, einfach nur sehr viel Geld für eine stimmungsvolle Bootsfahrt hingeblättert zu haben, als plötzlich von oben ganz aufgeregt die Ansage kommt „auf zwei Uhr, auf zwei Uhr“.

So ein Boot ist ja an sich schon eine wackelige Angelegenheit, aber wenn fünfzig dick eingemummelte Menschen mit fetten Spiegelreflexkameras mal eben so die Seite wechseln, dann gibt das dem ganzen nochmal eine völlig neue Dynamik. Die beiden Spanierinnen werden etwas grünlich und klammern sich an ihren Smartphones fest.

Auf zwei Uhr dann das, worauf wir alle gewartet haben: ein Wal. Ganz weit weg und ganz klein. Eigentlich nur eine Finne am Horizont. Aber immerhin. Der Kapitän murmelt was von „95% Sichtungsquote“ und ist sichtlich zufrieden mit sich und der Welt.
Aber das bisschen Wal soll schon alles gewesen sein? So richtig beeindruckend war das nun nicht. Ich fange wieder an, mir zu überlegen, wofür ich das Geld wohl besser ausgegeben hätte. Einen Rundflug, vielleicht? Oder eine Puffin-Tour? Während ich noch überlege, macht das Schiff plötzlich einen Ruck, der Kapitän reißt das Ruder rum und der Ausguck brüllt „neun Uhr, neun Uhr!“

Ein Wal - ganz nah! Ein unvergesslicher Reisemoment!

Und dann ist er wirklich da, der Wal. Ganz nah, direkt neben dem Boot, riesengroß. Wie im Fernsehen, nur eben in echt. Für einen Moment bin ich so perplex, dass ich völlig vergesse, Bilder zu machen, ich starre einfach nur auf dieses riesengroße Tier, das munter unter unserem Boot hin und her taucht, sich dreht und wendet, Wasser aus seinem Atemloch pustet und mit der Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche klatscht. Als wüsste er ganz genau, dass er da gerade eine Show abziehen muss. 

Ganz nah, ein Wal im Meer in Island

Neben mir knipst es im Stakkato, die Gelbmännchen drängeln sich an die Reling, mittendrin der frierende Brite. Ich stehe nur da und starre. Weil ich lieber den Wal beobachten als durch den Sucher gucken möchte. Weil ich Angst habe, dass das durch die Kameralinse einfach nicht dasselbe ist, weniger echt, weniger nah.

Minutenlang tanzt der Wal durch das dunkle Fjordwasser, immer dicht unter der Oberfläche, manchmal so nah, dass man fast aufspringen könnte.

Dann entfernt er sich langsam und der Kapitän steuert wieder gen Husavik, weil ja unsere Zeit fast abgelaufen ist und die nächste Truppe schon wartet. Ich nutze die Gelegenheit dann doch noch und mache ein paar Fotos. Viel zu wenige, vielleicht, aber das ist egal, denn ich brauche keine Bilder um mich an den Wal zu erinnern.  Das war, vielleicht weil ich keinesfalls damit gerechnet hatte, etwas ganz besonderes. 

Und definitiv einer der schönsten Reisemomente auf der Islandtour.

Die Schwanzflosse von einem Wal im Meer
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