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Unsere Frachtschiffreise nach Australien - Teil I


Ganz langsam neigt sich die lange Reise SmartDownUnder dem Ende zu. Wollen wir das als Leser? Natürlich nicht. Aber so schnell hören die Beiträge der lieben Hummeln auch noch nicht auf, denn es gibt noch so viel mehr zu berichten. Wie gelangen Stephan und Edith von Malaysia nach Australien und was hat Sie an diesem ganz besonderen Erlebnis so sehr geprägt? Davon erzählen sie uns im ersten Teil ihres Beitrags:

Im Wechselspiel der Farben

Stille. Jeder Muskel meines Körpers scheint zu reagieren und fährt fünf Stufen runter. Augen zu. Tief einatmen. Tief ausatmen. Augen auf. Ich sehe Wasser. Links Wasser. Rechts Wasser. Wasser geradeaus. Nur die dünne Linie des Horizonts zeichnet sich ab. In all seiner Farbenpracht öffnet sich darüber der weite Himmel. Erst zarte, später gleißend weiße Lichtstrahlen durchbrechen das einheitliche Grau früh am Morgen.

Ein strahlend blauer Himmel öffnet sich über den Tag hinweg über uns. Bis sich das Firmament am späten Nachmittag in ein Rot-Orange einfärbt und meine Umgebung nach Sonnenuntergang wieder von der tiefen Dunkelheit verschluckt wird. Im Wechselspiel der Stunden tanzt der Tag wie auf einem 360 Grad-Monitor um mich herum. Und ich, nein, wir, mittendrin!

Unsere Frachtschiffreise nach Australien

Wir? Das sind immer noch Stephan und ich, Edith, auf unserem Weg „SmartDownUnder - Auf dem Land- und Seeweg von Köln nach Australien“. Über 1 1/2 Jahre sind wir bereits unterwegs, als wir endlich eine Möglichkeit finden, den Weg bis ans andere Ende der Welt ohne Flugzeug zu bestreiten. Eine Frachtschiffreise nach Australien. Eine ziemlich teure Angelegenheit. Zumindest, wenn Du bedenkst, dass es immer noch diese romantische Vorstellung gibt, man könne einfach mal eben so jemanden in einem Hafen anheuern und im Zweifel sogar als blinder Passagier auf einem Containerschiff mitfahren. Aber diese Seifenblase müssen wir hier mal eben platzen lassen. Das Reglement und die Voraussetzungen, die Du erfüllen musst, um eine Reise auf dem Frachtschiff antreten zu können sind unerwartet streng. Doch all das klammern wir aus. Wir haben entschieden. Wir möchten endlich nach Australien gelangen. Ohne Flieger! Fast wie in Trance fühlen wir uns. Von Aufgeregtheit, Vorfreude und Spannung geprägt treten wir unsere Frachtschiffreise von Port Klang in Malaysia nach Fremantle, Western Australia an. Eine Erfahrung, die zu den nachhaltigsten Erlebnissen unserer gesamten Reise werden soll…

Acht Tage und sieben Nächte auf der CMA CGM Chopin

Acht Tage und sieben Nächte soll der Weg auf der CGM Chopin von Port Klang in Malaysia bis nach Fremantle, Western Australia, andauern. 277,28 m in der Länge und 40 m in der Breite misst das gewaltige Schiff der französischen Reederei CMA CGM. Mit einer zugelassenen Ladung von mehr als 73.000t, was bis zu 5.782 Containern entsprechen kann, bereist die Chopin die Weltmeere.

Die Crew besteht aus 23 Männern, deren Alter wohl irgendwo zwischen 20 und Mitte fünfzig liegt. Bulgarische und singhalesische Offiziere bilden einen engen Vertrauenskreis um den Kapitän. Die Mannschaft besteht einzig aus jungen Männern, die ihr Heimatland Sri Lanka für viele Monate verlassen haben.

Die Arbeit ruft. Doch, ob Offizier oder nicht. Jeder dieser Männer bringt zumindest eine gewisse Affinität, wenn nicht sogar eine unverhohlene Begeisterung für das Meer mit auf dieses Frachtschiff. Anders wäre es auch schlecht. Schließlich ist jedes Crew-Mitglied mindestens drei, meist aber vier bis sieben Monate auf dem Schiff. Dann erst, führt der Weg die Männer zurück in die Arme ihrer Familien. Tausende Seemeilen entfernt.

Am frühen Abend des zweiten Tages verlassen wir Port Klang

Es ist der frühe Abend des zweiten Tages, als sich eine hochkonzentrierte Atmosphäre auf dem Schiff breit macht. Wir befinden uns bereits mehr als 24 Stunden an Board der Chopin, immer noch im Hafen von Klang. Mit der Unterstützung von gerade mal vier Schleppern, lenken der Kapitän und seine Crew den Ozeanriesen bedächtig hinaus in Richtung der offenen See. Fast 2500 Seemeilen liegen vor uns, als wir die Westports des Containerhafens von Port Klang schließlich hinter uns lassen.

Das Warten entpuppt sich als Abenteuer

Stunden, die sich für uns als alles andere als langweiliges Warten auf die Abfahrt herausstellen. Im Gegenteil. Völlig unerwartet überwältigt gehen wir auf Entdeckungsreise. Uns eröffnen sich alle Möglichkeiten. Dürfen wir uns doch frei auf diesem Abenteuerspielplatz bewegen. Tag und Nacht steht uns die Brücke offen. Hautnah erleben wir, wie gewaltige Verladekräne die Fracht entladen. Und im Anschluss die Chopin mit den Lasten von rund 2.000 Containern Ladung wieder befüllen.

Fast tun wir kein Auge zu und hängen wir mit unseren Nasen bis tief in die Nacht am Fenster unserer Kabine. Wir beobachten voller Faszination, wie konstant hunderte von Stahlriesen ihre maßgeschneiderten Lücken finden. Nach ein paar kurzen Stunden des Schlafs stellen wir fest, dass sich eine Containerwand vor unserem Fenster aufgebaut hat. Das Schaukeln der Wellen wiegt die riesigen Stahlkolosse hin und her. Sein Übriges tut ein kräftiger Wind, der durch die Zwischenräume der Container pustet. Ein unheimliches, monotones Knarzen legt sich über das Schiff und wird unser ständiger Begleiter.

Was diese Frachtschiffreise am Ende bedeutet

Unsere Frachtschiffreise nach Australien ist ein Abenteuer. Unvergleichbar einzigartig hebt sich dieser Ausschnitt unserer Reise „SmartDownUnder - Auf dem Land- und Seeweg von Köln nach Australien“ weit ab von allen vorherigen Erlebnissen. Das Warum scheint sich auf den ersten Blick allen zu erschließen, die wissen, was diese Frachtschiffreise für uns bedeutet. Wir sind auf dem Weg unser großes Ziel zu erreichen, ohne Flugzeug bis auf die andere Seite der Welt. Der langsame Weg, der dieses eine Mal eigentlich nur als Mittel zum Zweck dienen soll, entpuppt sich als eines unserer unverwechselbaren Highlights auf unserem Weg SmartDownUnder. Was wir in den nächsten sieben Tagen auf unserer Fahrt über den Indischen Ozean erleben, wie es ist, lange Zeit kein Land zu sehen und spannende Einblicke in das Leben auf der Chopin zu bekommen, könnt Ihr im zweiten Teil unserer Berichtes über unsere Frachtschiffreise nach Australien nachlesen. 

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