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Gran Canaria - Traumurlaub mit und ohne Behinderung


Wir Vögel  reisen gerne viel und weit und machen viele „abstruse“ Urlaube – ob wir über Silvester in Äthiopien verweilen, einmal quer durch Neuseeland reisen oder doch nur mit Zeit zum Fische fangen in Alaska abknappsen…Doch ganz manchmal oder manchmal viel braucht man einfach eine Auszeit ohne crazy Roadtrips oder Übernachten unter freiem Sternenhimmel. Einfach Auszeit vom Sein, Auszeit von Zu Hause und eigentlich viel wichtiger einfach mal zum „Durchlüften“ im Kopf. Natürlich gibt es Vorurteile (Strand-, Partyurlaub und so), aber tsss, manchmal braucht man einfach nur eine Auszeit. Und Alex hat es für uns gemacht. Sie war 10 Tage auf Gran Canaria. Einfach mal so – zum „Durchlüften“. Und dabei war sie nicht allein. Sie war in Begleitung ihres Cousins, der schwerstbehindert ist. Und Gran Canaria ist dafür besonders geeignet, denn hier bekommt man den Kopf frei – selbst im Rollstuhl. Deshalb unser Reisetipp für den Spätsommer/Frühherbst 2016 mit und ohne Behinderung! Kommt mit und reist es nach :-)

Blick auf den leeren Pool in Gran Canaria

Gran Canaria – Das wichtigste im Kurz-Überblick

Gran Canaria ist die drittgrößte Kanareninsel und wurde 1498 von dem Konquistador Juan Réjon für die Europäer entdeckt und es begann Gran Canarias Kolonialgeschichte von der in Las Palmas heute nicht mehr viel zu sehen ist. Erst in den 1960er Jahren nahm der Tourismus zu, der teilweise bedauerlicherweise zu schlimmen Hotelburgen führte. Heute nimmt man immer mehr davon Abstand und immer außergewöhnlichere Hotelanlagen entstehen. Zu Beginn war auch Naturschutz kein Thema, aber immer mehr findet die vielfältige Kanareninsel zurück zu ihrem alten selbst. Auf den Reisenden warten Traumstrände, Dünen, Berge und grüne Natur und die Sonne scheint fast das ganze Jahr. Deshalb muss man erst recht nicht im Hochsommer in der Ferienzeit fahren, wenn es sich vermeiden lässt, sondern kann die etwas ruhigere Zeit im Herbst nutzen um Gran Canaria in sein Herz zu schließen.

Blick auf die Insel

Nach dem Frühstück in die Dünen von Maspalomas

Eine Bungalow-Anlage mit Selbstverpflegung ist für diese Reise das Ziel der Wahl für Alex und ihre Familie, denn die bisherige Urlaubserfahrung in einem Hotel mit Begleitung eines Schwerstbehinderten hat sich im Urlaubsalltag als deutlich schwieriger erwiesen. Und außerdem hat ein Frühstück auf der Terrasse mit eigenem Schlafanzug für Alex und ihre Reisegemeinschaft einfach was für sich, zum Beispiel nicht an feste Essenszeiten gebunden zu sein - ein Hoch auf das Revoluzzertum!

Schon drei Menschen am Pool waren drei Menschen zu viel. Ganz ruhig lag die Anlage auf der Anhöhe über Playa des Ingles. Zwischen den Sommer- und Herbstferien bietet sich vor allem eine Reise nach Gran Canaria an. Warmes, angenehmes Klima bis zur ungewöhnlichen Hitze waren an der Tagesordnung – aber insgesamt genug Sommer für einen Mitteleuropäer und keine Reibereien am Pool :-) Auch wenn man nur für’s „Durchlüften“ auf die Insel vor der Westküste Afrikas gekommen ist, kann man sich des Abwechslungsreichtums inklusive des grünen Inneren, der Bergdörfer, Schäfer und Schafsherden nicht entziehen.

Aber genug der Vielfältigkeit, ab in die Dünen. Einfach grandios liegen die Dünen zwischen Playa des Ingles und Maspalomas: weitläufig direkt am Meer, Menschen verlaufen sich in den Hügeln aus Sand, klein, kleiner wie Ameisen sehen sie aus. Trocken, gelb und Sand -  Dünen. Hinsetzen, atmen und „Durchlüften“.

Die Weite der Dünen bei Maspalomas

Kopf frei auf Gran Canaria- selbst mit Rollstuhl und mit Taxi

Gran Canaria schafft es einen sofort runterzuholen, und im Rollstuhl ist man auf Gran Canaria mehr als gut aufgehoben – nicht nur auf der Promenade mit Blick auf die Dünen. Gran Canaria kann in keiner Weise als flach bezeichnet werden und somit auf den ersten Blick für Rollstuhlfahrer ganz ungeeignet, aber das Gegenteil ist der Fall. Gran Canaria ist überaus „behindertengerecht“ und anderen Urlaubsorten diesbezüglich meilenweit voraus.

Taxis sind auch auf Gran Canaria recht gut zu erkennen, sie sind weiß und haben ein Schild mit grüner Leuchte auf dem Dach. Alle sind lizensiert, aber nicht jedes Taxi ist auch ein sogenanntes „Behinderten-Taxi“. Diese sind im Winter nicht unbedingt einfach zu ergattern, da auch in der Zeit die Anzahl der „bedürftigen“ Touristen höher ist als sonst. Aber eigentlich ist die Vielzahl solcher Taxis nicht nur ein positives Zeichen für alle Reisenden mit körperlicher Behinderung, auch wenn man schon mal warten muss. Für Alex und ihre Familie waren in der Nebensaison die Taxis aber ohne Probleme zu ergattern. Auch sind die Taxikosten durchweg erschwinglich und jederzeit gut zahlbar – warten lohnt sich also, wenn man nicht kann oder einfach mal die 20 Minuten vom Strand zu Fuß zurücklegen möchte.

Blick auf das Meer mit Dünen

Gran Canaria – Zwischen Baustellen und kleinen Buchten

Playa del Ingles ist verschrien und auch einfach wirklich nicht schön – aber wie soll eine Bettenburg schön sein. Auch sind die Wege, wie die Häuserschluchten  nur für wenige – eigentlich für niemanden – überschaubar. Viele Baustellen zeigen, dass hier einiges  in Zukunft passieren soll, Abrisse eingeschlossen. Und deshalb sind derzeit die vielen Baustellen Teil eines nicht vollkommenen Stadtbildes.

Nicht vor den Baustellen sollte man sich in Vorsicht nehmen, sondern auch vor dem Wind der das Meer vor Playa des Ingles in Aktion versetzt – nicht immer was für kleine Kinder oder Menschen, die sich – nicht nur wegen einer Behinderung – schwer auf den Beinen halten können. Wenn der Wind jedoch kräftig bläst, kann man auf eine der vielen kleinen Buchten ausweichen. Hier bietet sich ein Ausflug nach Puerto de Mogan an. Mit dem Taxi, und in Alex Fall mit dem „Behinderten-Taxi“ hat dies von Playa del Ingles ca. 30 Euro gekostet.

Blick auf Puerto Mogan - das Venedig von Gran Canaria

Puerto de Mogan – Das Venedig von Gran Canaria

Puerto de Mogan wird auch das Venedig von Gran Canaria genannt und ist ein alter Fischerort, der sich in der Vergangenheit mehr und mehr zu einem Ferienort gemausert hat. Einfach hübsch und idyllisch ist es da – pittoreske Häuschen, schmale Gassen und einen großen Hafen für Segler aus aller Welt. Zudem gibt es freitags einen  Wochenmarkt, der fast den ganzen Ort einnimmt. Auch gibt es einen Nichtraucher-Abschnitt.

Und hier kommt man mit Rollstuhl ganz nah ans Meer, denn es gibt genug ebene Wege und Rampen. Aber noch viel besser sind – wie Alex und ihre Familie es genannt haben - die „Rollstuhl-Dinger“ für ins Wasser. In die kann man mit etwas Hilfe den Rollstuhl-Fahrer „hineinbugsieren“ und so können alle gemeinsam in den leichten Wellen in der sicheren Bucht entspannen.

Das Rollstuhl-Ding für's Wasser
Strandpromenade von Gran Canaria

Leckeres Essen, Cervezas und Live-Musik auf Gran Canaria

Abschließend sollte man vielleicht noch die für die Insel typischen Vergnügungszentren nennen in denen man nicht nur shoppen kann, sondern auch einige Restaurants, Kneipen, Tanzbars und zum Beispiel Minigolf finden kann. Hier gibt es zum Beispiel die Cita – auch bekannt aus der Vox Doku Soap Goodbye Deutschland, da hier das Friseur-Ehepaar Fabio Conte-Klein und Jörg Klein Ihre Kneipe und Frieseursalon Golden Moments betreiben.  Außerdem gibt es zum Beispiel noch das Yumbo oder die La Sandia (Alle Düsseldorfer Ohren zu: inklusive FC Köln-Fan-Stammkneipe) sowie ein paar mehr.

Die Kneipenkultur auf Cran Canaria spielt sich hauptsächlich in diesen Zentren  ab, was Alex  aus anderen Urlaubsregionen bisher so nicht kannte. Auch ist es hier üblich, dass abwechselnd in einem der Lokale Live-Musik geboten wird. Zum entspannen abends einfach perfekt.

All das und wunderbares Wetter haben diesen zehntägigen Insel-Trip abgerundet. Wir können nur sagen: Ab nach Gran Canaria für Kopf frei und Meer – mit und ohne Rollstuhl.

Danke Alex, für die Einblicke! Und euch wünschen wir eine gute Reise im Spätsommer 2016 nach Gran Canaria.

Außenansicht von Tapas Restaurants
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