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Menschen in der Mongolei - Begegnungen, Tradition, Ursprünglichkeit und ganz viel Menschlichkeit


Stephan und Edith sind auf ihrer großen Reise nach Australien. Dabei haben sie 30 Tage lang die Mongolei durchquert. Während dieser Zeit haben sie ganz besondere Menschen kennengelernt, durften bei und mit ihnen leben - und haben so einen Einblick in den traditionellen und ursprünglichen Alltag in der Mongolei bekommen.

Stephan und Edith werden uns nun mitnehmen zu den Tsaatan und ins Mongolia Ujin Camp, werden mit den Menschen kochen, reden und leben. Am Ende besuchen Stephan und Edith noch ein Nadaam - ein ganz besonderes Erlebnis für die Beiden.

Täuschende Idylle - authentisches Leben bei den Tsaatan

Wir erreichen das Herbstlager der Tsaatan im schönsten Abendlicht. Die Wiese liegt idyllisch vor uns, zu drei Seiten von einer waldigen Hügel- und Berglandschaft eingezäunt. Gegenüber die hohen Berge, aus deren Tälern wir in die Ebene reiten. Aus den einzelnen Tipis steigt der Rauch der Öfen, die Rentiere und Pferde grasen friedlich zwischen den Zelten. Der Fluss schlängelt sich quer durch das Lager, wobei er die komplette Wiese in eine Auerlandschaft verwandelt und uns dauerhaft nasse Füße beschert.

Wir sind zu Besuch bei einer liebevollen, gastfreundlichen Familie, die mit ihren fünf Kindern ein Tipi bewohnt. Die beiden Älteren sind im Dorf, so dass wir uns mit „nur“ fünf Familienmitgliedern, unseren beiden Pferdeführern und zwei Jungs aus den USA mit denen wir unterwegs sind, die Schlafplätze auf dem Boden des Zeltes teilen. Und natürlich bekommen wir als Gäste die besten Plätze, die eigentlich die Familie nutzt. Wie hart das Leben hier ist wird uns schon zu dieser warmen Jahreszeit bewusst. Zwei Nächte leben wir mit den Menschen auf engstem Raum zusammen. Der Regen und die Kälte, die uns in der zweiten Nacht und am darauffolgenden Morgen erreichen sind für uns schon grenzwertige Umstände unter diesen Bedingungen. Wir aber haben hier keine Aufgaben, sind gesund und voller Neugier auf das Leben hier. Und wissen, dass wir bald wieder eine heiße Dusche und ein Bett haben werden. Bedenkt man, dass die Menschen hier ihr komplettes Leben unter diesem Rahmenbedingungen gestalten (tägliche Arbeit mit den Tieren, Waschen, Kochen, Babys/ Kinder großziehen, krank sein, alt werden und nicht zuletzt bei Wind und Wetter aufs Klo gehen) wird uns ganz anders. In welchem Luxus wir leben, wird uns immer erst dann wieder bewusst, wenn wir einige Tage darauf verzichten mussten. Nach der Rückkehr von den Tsaatan z.B. erlebten wir den Plumpsklo im Camp als Luxus. Hier gibt es immerhin ein Klohäuschen mit Dach und Tür. Nicht zu sprechen von fließendem Wasser. Wobei fließend nicht etwa bedeutet, dass es in der Küche oder auf der Toilette einen Wasserhahn gäbe. Kleine oder große Wassertanks sorgen für diesen Fluss, müssen aber auch regelmäßig nachgefüllt werden und sind manchmal eben auch leer.

Obwohl wir bei den Tasaatan, auf diesem kleinen Fleckchen Erde, nicht die einzigen Touristen sind, ist der Ort alles andere als eine Touristenattraktion. Die Menschen leben ihr alltägliches und absolut authentisches Leben. Ruhe und Beschaulichkeit, vor allem aber hoher Respekt vor den Lebensumständen, begleiten unsere Tage hier.

Familiäre Atmosphäre im Mongolia Ujin Camp

Nach fünf Tagen kehren wir unter ähnlich beschwerlichen Umständen wie bereits auf dem Hinweg (diesmal regnet es nicht) mit dem UAZ nach Khatgal zurück. Wir genießen diese Tage in entspannter und familiärer Atmosphäre im Mongolia Ujin Camp in Khatgal. Das Ger- Guesthouse ist von Dava, die fließend englisch spricht, geführt. In UB aufgewachsenen, ist sie erst vor fünf Jahren mit ihren Kindern und ihrem Mann, der aus Khatgal stammt, hierher gezogen. Mit viel Liebe und Herzlichkeit sorgt sie dafür, dass sich ihre Gäste zuhause fühlen. Sie sorgt und umsorgt die Menschen, öffnet sich ihnen mit Geschichten aus dem eigenen Leben, strotz dabei vor Energie und strahlt pures Glück und Enthusiasmus aus. Im gemütlichen Gemeinschaftsraum ist immer jemand, der ein Schwätzchen hält. Dava fördert die Kommunikation ihrer Gäste nicht zuletzt durch gemeinsame Aktivitäten. Eines Nachmittags werden wir Zeugen, als zwei Schafe geschlachtet werden. Darauf folgt für alle Gäste die Einladung (natürlich gegen ein gewisses Entgelt) an der abendlichen Verkostung des Schafs teilzunehmen. Das Schaf wird frisch ausgenommen und zerkleinert und in einem Mongolischen BBQ zubereitet. Traditionell wird es mit heißen Steinen im Wok geschichtet und über dem Ofenfeuer gegart. Im Anschluss speisen wir das wohl frischeste Fleisch, das wir je gegessen haben, in geselliger, alkohollastiger Runde mit vielen anderen Reisenden.

In der Umgebung des Khövsgöl Nuur Sees

Das Camp ist ein idealer Ausgangspunkt auch für mehrtätige Trecks (ob zu Fuß oder mit dem Pferd) rund um den Khövsgöl Nur See. Dava verleiht gerne Campingausrüstung, sollte man selbst keine dabei haben. Auch wir haben hier unsere Basis und unternehmen in den letzten Tagen unseres Aufenthaltes Spaziergänge, kleinere Wanderungen und einen Motorradausflug.

Ein kurzer Ritt bringt uns zudem zu einer Nomadenfamilie, deren Ger nahe Khatgal am Fluss liegt. Drei Generationen leben hier unter einem Dach. Der Hausherr und zwei seiner Kinder sind am Tag unseres Besuches nicht vor Ort. Die drei übrigen Familienmitglieder sind Großmutter, Schwiegertochter und Enkelin, die den „Laden schmeißen“. Den ganzen Tag über steht Arbeit an, an der wir uns, soweit es möglich ist, beteiligen. Die großen Flächen der Ziegen- und Schafsköttel kehren wir zusammen, helfen bei der Essenzubereitung und versuchen uns am Yak- Melken, was leider nicht so gut gelingt.

Neben den Ziegen und Schafen besitzt die Familie diese, in der Mongolei weitverbreitete, Rinderart, dazu einige Kühe und Pferde. Die Tiere müssen aus- und eingetrieben werden, früh morgens und am Abend werden die Yaks gemolken. Die Milch der Tiere wird, neben dem traditionellen Yakmilchtee, weiter verarbeitet. Joghurt, Butter und Hartkäse sind typische Lebensmittel, die die Nomadenfamilien hier selbst produzieren und obligatorisch anbieten, wenn Gäste das Ger besuchen. Unser Tag beginnt im Sonnenschein und endet nachts mit Regen. Die Umstände des Lebens hier bieten mehr Komfort als bei den Tsaatan. Aber Komfort ist aus unserer westlichen Sicht auch hier sehr relativ.

Ein Naadam - ein besonderer mongolischer Wettbewerb

Ein I-Tüpfelchen unseres Aufenthaltes bietet ein Ereignis, dass von uns langersehnt und eigentlich schon abgeschrieben war- ein Naadam. Naadam heißt auf Mongolisch so viel wie Wettbewerb/ Spiel. Die Naadam- Festivals finden traditionell von Mitte Juli bis Ende August statt, wobei UB natürlich das größte ausrichtet. Aber auch kleinere Orte rufen zum Kräftemessen auf. In den Disziplinen Pferderennen und Bogenschießen dürfen beide Geschlechter antreten. Der dritte Wettbewerb, das Ringen, ist den Männern vorbehalten. In der Nähe Khatgals erleben wir ein Mini- Naadam mitten auf dem Land. Neben einheimischen und ausländischen Zuschauern ist die Garde der Offiziellen anwesend. Welche Funktionen die in (Militär-?) Uniform gekleideten Damen und Herren bekleiden, erschließt sich uns nicht.

Besonders ist aber auch die Kleidung der Ringer. Neben traditionellen, spitzen und hübsch verzierten Stiefeln, von prächtigen Mänteln bis zum Kampf warmgehalten, tragen die Ringer im Einsatz lediglich ein Höschen und einen Bolero. Beides knapp, aus glänzenden, bestickten Stoffen und irgendwie absurd, wenn man die muskelbepackten Körper der Männer anschaut.

Naadam Khatgal

Die Pferderennen werden von Kindern bestritten, die die Rosse durch ihre Leichtigkeit zum schnelleren Spurt antreiben können. Der Ehrgeiz der Wettkampfteilnehmer wird umrahmt von einer Volksfeststimmung. Leckereien werden angeboten, Verkäufer diverser Kleidungs- und Handwerkswaren werben zum Stehenbleiben, die Menschen genießen bei einem Pläuschchen die Sonne des Tages.

Das Ende naht - Auf Wiedersehen Mongolei!

Der Mongoleiaufenthalt neigt sich dem Ende. Unser letztes Ziel ist wieder Ulaanbaatar (kurz UB genannt), bevor wir von hier den letzten Transib- Abschnitt bis kurz hinter die chinesische Grenze zurücklegen. Die kurze Zeit in der Hauptstadt nutzen wir, eine Reisebekanntschaft wieder zu treffen, die einen mongolischen Freund mitbringt. Wie modern und kontrastreich das Leben in UB im Gegensatz zum Leben auf dem Land in der Mongolei ist, wird uns an diesem Abend noch einmal richtig bewusst. Wir besuchen ein Pub, in dem regelmäßig Live-Musik gespielt wird. Neben einer „open stage“- Zeit, in der jeder, der möchte, hier performen darf, treten auch bekannte mongolische Bands auf. Die Bar ist stylisch. Der mongolische Freund weiß um die Wünsche der Ausländer, Traditionen erleben zu dürfen. Nüchtern teilt er aber auch mit, dass er sicher nicht heiß darauf ist, so zu leben oder gar so zu essen…

Ihr wollt noch näher an Stephan und Edith dran sein?

Reist mit Ihnen "Smart down under" auf ihrem Blog!

 

 

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Kommentare

  • Myriam
    12.09.2016 | 21:53 Uhr
    Das klingt sehr interessant, vorallem weil man das authentische Leben der Mongolen kennenlernt. Aber wie sind die beiden dazu gekommen direkt bei der mongolischen Familie in der Jurte zu schlafen? Kann man das vorab "buchen" oder fragt man einfach vor Ort spontan? Sicherlich verdienen sich die Einheimischen so ein kleines Zubrot, oder? Ich werde mal direkt auf dem Blog der beiden stöbern und versuchen dort Antworten auf meine ganzen Fragen zu bekommen. ;)

    LG Myriam
  • Paula Parkvogel
    13.09.2016 | 08:23 Uhr
    @Myriam
    Stephan und Edith freuen sich sicherlich über Post von Dir!
    Die Beiden sind übrigens gerade in China unterwegs und haben vor ein paar Tagen das Kloster Labrang besucht...
    Ganz liebe Grüße!
  • edith
    13.09.2016 | 10:23 Uhr
    Hallo Myriam,
    gerade habe ich Deinen Kommentar gelesen. Tatsächlich haben wir vor Ort schlicht nachgefragt, ob wir bei der Familie ins Leben schnuppern dürfen. Wir wussten von anderen Reisenden, dass sie das gemacht hatten und eben auch bei der Arbeit vor Ort helfen durften. Letztlich war es also keine Tour o.Ä., die wir gebucht haben, sondern eine tolle Option, die uns Dava vom Ujin Camp vor Ort ermöglicht hat.
    Falls Du noch Fragen hast, dann melde Dich einfach.
    Lieben Gruß aus China,
    Edith