Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Unberührte Inselwelten und uralte Rituale

Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Reise durch die Mongolei – Von der Gobi über den Khövsgöl Nuur National Park in die Taiga


Wir unterstützen Stephan und Edith bei ihrem großen Reise-Projekt "Smart Down Under" und fiebern bei ihrem 13-monatigem Abenteuer mit. Nach dem die Beiden über Polen nach Moskau gereist sind, ging es für sie nun mit der Transsib in die Mongolei - und davon berichten sie uns heute. Schnuppert Sehnsucht und atmet Mongolei mit Stephan und Edith.

Russischer Grenzwahnsinn - mit der Transsib in die Mongolei

Fast 5 1/2 Stunden sitzen und warten wir in der unerträglichen Hitze unseres Zugabteils. Pass- und Zollkontrolle an der russisch- mongolischen Grenze, der Zug steht. Eine kurze Unterbrechung bringt uns lediglich der Fahrtwind, als die Eisenbahn den Weg zwischen den Grenzbahnhöfen zurücklegt. Dann endlich endet die Prozedur und wir haben einen Einreisestempel im Pass, der uns erlaubt die Mongolei in den nächsten 30 Tagen zu erkunden. Wir möchten die sagenhafte Natur dieses Landes erleben. Und das bedeutet, Entscheidungen zu treffen. In Ländern mit großen Distanzen und wenig Infrastruktur gilt die goldene Regel sich beim Reisen auf wenige Ziele zu konzentrieren, die möglichst nahe beieinander liegen. In der Mongolei ist dies mehr als sinnvoll, zumal dann, wenn man nur wenig Zeit hat, um diesen flächenmäßig so großen Staat zu bereisen. Wir beschränken uns auf zwei Ziele, brechen die Regel aber dennoch. Die Wüste Gobi, unser erstes Ziel, liegt im tiefen Süden. Der Khövsgöl Nuur National Park, den wir im Anschluss besuchen möchten, im hohen Norden des Landes.

Ulaanbaatar - die kälteste Hauptstadt der Welt und hallo Mongolei!

Die kälteste Hauptstadt der Welt und jene, die am weitesten vom Meer entfernt ist, wird von den Einheimischen nur UB genannt. Der Kern der Großstadt zieht sich etliche Kilometer von Westen nach Osten. Im Norden und Süden hingegen grenzen fast fußläufig hohe Berge an die Stadt. Die Vororte sind schmuddelig, Plattenbauten schmücken die Viertel. Im zentralen innerstädtischen Bereich hingegen sprießen moderne Hochhäuser zwischen renovierten, stuck- und säulenverzierten alten Bauten. Trotz der über 1,3 Millionen Einwohner und des hohen Verkehrsaufkommens wirkt UB recht überschaubar. Der große, smogverhangene Moloch, den wir erwartet haben, bleibt aus. Große Plätze und breite Straßenzüge, nicht zuletzt aber das nahe Bergpanorama tragen dazu bei, dass uns Luft zum Atmen bleibt. UB ist ohne Frage eine moderne und aufstrebende Stadt. Die Menschen, die hier leben, scheinen überwiegend westlich orientiert zu sein. Das betrifft Ausbildung, Kleidung und kulturelles Leben. Nicht zuletzt das Essverhalten. Gemessen an dem Vorurteil über die mongolische Küche, fett- und fleischlastig, gibt es in UB mittlerweile sogar vegane Restaurants.

Die mongolische Küche - Ein fleischiger und etwas 'zäher' Exkurs

Das traditionelle mongolische Essen ist einen kleinen Exkurs wert. Wer in der Mongolei auf dem Land ist, wird sich vermutlich ziemlich einseitig ernähren, soweit keine Selbstversorgung geplant ist. Fettgebackene oder gedünstete Teigtaschen mit Füllung, gebratene, selbstgemachte Nudeln und Suppen gehören zu den Klassikern. An erster Stelle steht natürlich das allgegenwärtige Fleisch, dass in jeder Mahlzeit vorhanden zu sein scheint. Hauptsächlich Schaf, Yak und Ziege stehen auf dem Speiseplan. Die Mongolen stehen nicht nur auf Fett, sie bevorzugen auch zähe Fleischstücke, um möglichst lange etwas von dem Genuss haben zu können. Wir fragen uns, wo all das, aus unserer Sicht, „gute Fleisch“ bleibt. Nachdem wir bei einer Schaftschlachtung dabei sein und später der Verarbeitung des Tieres zusehen durften, wissen wir es. Dem Tier werden die Innereien rausgenommen und fast ausnahmslos genutzt. Der Rest des Körpers (mit Ausnahme des Kopfes, der bei den Mongolen aber auch auf Vorliebe stößt) wird schlicht zerhackt. Dabei schaut keiner, welcher Teil fettarm, zart oder zu fettig ist. Alles wird in handgerechte Stücke zerteilt und verarbeitet. Irgendwo ist also auch das „gute Fleisch“ in diesem Potpourri.

Monotonie auf dem Weg in die Wüste Gobi im Süden der Mongolei

Über 9 Stunden dauert die Busfahrt von UB nach Dalandsadgad im nördlichen Teil der Wüste Gobi. Eintönige Grassteppe begleitet uns fast über die gesamte Fahrt hinweg und lässt nur erahnen, welche gewaltigen Ausmaße der völligen Einsamkeit in der Natur hier zu finden sind. Die Gobi ist mit einer Fläche von ca. 1,6 Millionen km² die sechstgrößte Wüste unserer Erde. Das Gebiet,  das sich über weite Teile der Mongolei und Chinas erstreckt ist weitestgehend von Steppe, kahlen Felsen und Seen geprägt. Trotz ihrer Ausmaße ist es schwer, sich in der touristisch erschlossenen Gobi von den Massen fernzuhalten. Zumindest dann, wenn die obligatorischen Highlights einer Erkundung der Halbwüste und Wüstensteppe zugrunde liegen. Grundsätzlich gilt einen erfahrenen Fahrer und/ oder Guide dabei zu haben, da die Wüstenerkundung nicht ungefährlich ist.

Eine etwas andere Unterkunft - das mongolische Ger

Als wir am Abend unsere Unterkunft erreichen, erblicken wir erste Felsen und bergige Erhöhungen in der Landschaft. Zum ersten Mal nächtigen wir in einem Ger, dem mongolischen Begriff für jenes Hauszelt, dass wir im Deutschen als Jurte bezeichnen. Dieses Wort wiederum stammt aber eigentlich aus dem Türkischen und heißt so viel wie „Heim“. Ger- Camps sind in der Mongolei weit verbreitet und bieten unterschiedliche Standards. Große touristische Unterkünfte, wie z.B. in der Gobi, bieten westliche Gemeinschaftstoiletten,  -waschräume und -duschen. Im Norden haben wir in der Regel Plumpsklos vorgefunden, dazu zwar eine heiße Dusche, deren Wasser aber tageszeitabhängig über dem Feuer erhitzt wird. In jedem Ger gibt es in der Mitte einen Ofen, der in kälteren Gebieten und Jahreszeiten für die wohlige Wärme und Gemütlichkeit im Inneren sorgt. In den stetig bewohnten Gers der Nomadenfamilien dient der Ofen natürlich auch als Kochstelle. Die Ausstattung dieser Wohnräume ist oft bunt, aber arm an Möbeln. Meist teilen sich große Familien zwei Betten und natürlich den Boden des Hauszeltes. Hingegen gehören Telefone oder Fernseher vielerorts zum Standardinventar.

Yolyn Am - das Lammergeier Tal im Gobi Gurwan Saichan Nationalpark

Wir befinden uns im größten Nationalpark der Mongolei, dem Gobi Gurwan Saichan, wo uns eine kleine Wanderung früh am Morgen nach Yolyn Am, dem Lammergeiertal („yol“, mongolisch für Lammergeier) führt. Der normalerweise eisbedeckte Canyon ist nur während der warmen Sommermonate im Juli und August in seiner schroffen Naturschönheit zu sehen. Während seiner Eiszeit ist er aber ebenso beliebt und bietet möglicherweise einen noch spektakuläreren Anblick. Das Tal ist eingerahmt von hohen Felsen, die den Gebirgsbach auch um diese Jahreszeit eisige Temperaturen führen lassen. Grundsätzlich versuchen wir Sehenswürdigkeiten und landschaftliche Spots auf Reisen immer in den frühen Morgenstunden zu besuchen. Das Licht ist zu dieser Tageszeit meist wunderbar und wir sind nicht selten ganz alleine. Dies bestätigt sich auch hier mal wieder, als uns auf dem Rückweg aus der Schlucht die ersten Touristengruppen entgegenkommen.

Wüste Gobi

Die Sanddünen von Khongoryn Els - die Wüste Gobi at its best

Ein weiterer Ort, den wir schon vor Sonnenaufgang ansteuern. Die Sanddünen von Khongoryn Els sind berühmt und gehören zu den nur etwa 3% Sand- und Dünengebieten, die es in der Wüste Gobi überhaupt gibt. Im Vordergrund die kahle Steppe, im Hintergrund eine hohe Berglandschaft, bilden die gelbschimmernden Giganten einen unverwechselbaren Kontrast zu ihrer Umgebung. Der Aufstieg ist hart, richtig hart, doch die Mühe lohnt sich, wenn sich auf dem Zenit der Blick auf die andere Seite des Kamms öffnet. Angestrahlt von der aufgehenden Sonne ist der Blick auf die weite, sandige Wüstenlandschaft besonders schön. Warme Kleidung ist ein Muss, denn der Wind kann je nach Jahres- und Tageszeit eisig sein. Außerdem ist es sinnvoll, auch mit guter Kondition, lieber etwas mehr Zeit für den Aufstieg einplanen.

Bajandsag oder die „Flaming Cliffs“

Unser letztes Ziel in der Wüste Gobi ist Bajandsag, ein Steinmassiv, gedeckelt von großen Plateaus und schluchtartig zerklüftet in seinem Inneren. Die „Flaming Cliffs“ sprießen umgeben von der flachen Steppe geradezu aus dem Erdboden hervor. Der Beiname führt auf die orange- rote Farbe der Formation zurück, die ihr ein Wissenschaftler gab, als dieser in den 1920er Jahren im Rahmen einer amerikanischen Expedition die ersten Dinosauriernester in der Umgebung fand.

Nordwärts - der Khövsgöl Nuur Nationalpark

Nah einem Zwischenstopp in UB brechen wir in den Norden der Mongolei auf. Unser Ziel ist Khatgal, ein kleines 3000 Einwohner Dorf, lang gestreckt am Südufer des Khövsgöl Nuur Sees gelegen und  Teil des Khövsgöl Nuur National Parks. Saftig grüne Wiesen, Wald- und Hügellandschaft prägen die Umgebung dieses Ortes. Auf den weiten Grünflächen grasen Yak-, Ziegen- und Schafsherden. Pferde und Reiter in traditionellen Gewändern gehören genauso zum alltäglichen Bild wie die zahlreichen Gers, die wir hier auf den Weideflächen in relativ großen Abständen zu einander vorfinden

Der kristallklare See schimmert in der glänzenden Sonne, die hohen Berggipfel im Westen krönen das Bild. Wer hier den Wanderrucksack packt oder mit dem Pferd loszieht, mit Campingequipment und genügend Nahrung ausgerüstet ist, wird die Schönheit und Einsamkeit mongolischer Natur kennenlernen können. Wandern ist problemlos auch alleine möglich, Pferdetrekking wird in der Regel von einem Pferdeführer begleitet.

Das Volk der Tsaatan in der mongolischen Taiga

Wir haben viel Zeit in dieser Region eingeplant und entscheiden uns daher zu einem längeren und verhältnismäßig mühsamen Trip in die ferne Taiga, um das Volk der Tsaatan zu besuchen. Der Name lässt auf eine der Besonderheiten dieser traditionellen, mongolischen Volksgruppe schließen. „Tsaatan“ bedeutet im Mongolischen so viel wie „Jene die Rentiere haben“. Die Tsaatan sind somit eines der letzten Rentiernomaden- Völker auf der Welt, dessen Mitglieder merklich schrumpfen.

Ursprünglich in Russland angesiedelt, leben heute noch etwa 200 Tsaatan nahe der russischen Grenze, weitab in der nördlichen, mongolischen Taiga. Im Gegensatz zu anderen Hirten, die das durchaus komfortablere Ger vorziehen, leben die Menschen hier traditionell in einfachen Tipis. Ein hartes Leben, wenn man bedenkt, wie kalt es hier über die meiste Zeit des Jahres ist (im Winter bis zu minus 30 Grad Celsius). Wind, Regen und Schnee werden nur von der dünnen Zeltwand abgehalten. Ein Ofen im Tipi sorgt zwar für Wärme, er kann aber nicht die Kälte, die Feuchtigkeit und den Zug durch die Öffnungen in der Behausung kompensieren. Selbst in den Sommermonaten wird es nachts kalt. Die Nomaden wechseln ihren Standort viermal pro Jahr, entsprechend der Jahreszeit, den klimatischen Verhältnissen und dem Weidebedarf ihrer Rentiere. Nur die Winterwiese kann vom nächsten Ort, Tsagaanuur, mit dem Auto angefahren werden. Zu anderen Zeiten ist es nur möglich das Lager mit dem Pferd (zwischen 4 und 12 Reitstunden) zu erreichen.

Ein mühsamer Weg zu den Tsaatan

Der Weg ist anstrengend. Wir fahren von Khatgal aus mit einem russischen UAZ- Minibus bis Tsagaanuur. Eine körperliche Herausforderung, wie sich herausstellt. Wir sind fast 10 Stunden im Dauerregen unterwegs. Zehn Stunden, die wir konstant auf einer nicht asphaltierten Buckelpiste verbringen. Die Hin- und Rückfahrt wird durch Daueranspannung der Muskeln zu einem sportlichen Ereignis. Entspannt sitzen ist zu keiner Zeit möglich, wir müssen uns festhalten, um nicht durch das Auto zu fliegen.

Pferdetrekking packen - ein Trip zu den Tsaatan in der Mongolei

Völlig gerädert kommen wir am ersten Abend in Tsagaanuur an und haben hohen Respekt vor dem Reittrip zu den Tsaatan am nächsten Tag. Wir sind zuvor noch nie geritten und haben in Khatgal lediglich zwei Probestunden genommen, um herauszufinden, ob ein Pferdetrek für uns überhaupt in Frage kommt. Das Reiten war verhältnismäßig einfach. Die Pferde sind fremde und unerfahrene Reiter gewöhnt. Die Rassen hier scheinen wohl auch von einem anderen Schlag zu sein, als typische Reittiere bei uns. Dennoch hat uns schon der kurze Ausritt körperlich angestrengt. Es werden Muskelpartien beansprucht, die sich bei uns zuvor noch nie gerührt haben. Der Trip zu den Tsaatan soll 6 Stunden dauern. Doch diesmal fällt uns nicht nur das Reiten leicht, auch unsere Muskeln gewöhnen sich schnell an die Bewegungen. Bei strahlendem Sonnenschein genießen wir den Ritt in vollen Zügen. Ein spaßiges und herausforderndes Abenteuer bescheren uns nicht nur Schlamm und Matsch, sondern auch diverse Flüsse und unwegsame Pfade, die unseren Weg ebnen.

Dank Edith und Stephan durften wir eine Ahnung vom Abenteuer Mongolei bekommen. Die Landschaft hat nicht nur die Beiden, sondern auch uns, tief berührt. Beim nächsten Mal sind es die Menschen, die uns in diesem besonderen Land voller Größe und Ursprünglichkeit tief berühren und im Vordergrund stehen werden. Wir werden mehr über das Volk der Tsaatan erfahren, in einem Ger-Camp verweilen und an ganz besonderen Reiterspielen teilhaben. Lernt im nächsten Beitrag mit Stephan und Edith die Menschen in der Mongolei näher kennen!

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Kommentare

  • Theresa
    23.10.2016 | 13:39 Uhr
    Wow, die Mongolei sieht ja beeindruckend aus! War bestimmt ein schönes Abenteuer. Die Landschaft ist, für mich jedenfalls, unerwaretet abwechslungsreich. Sieht so aus, als wäre dieses Land auf jeden Falle eine Reise wert.
    Liebe Grüße, Theresa