Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Unberührte Inselwelten und uralte Rituale

Unvergessliche Momente auf Sulawesi

Zwei Wochen Norwegen – Entschleunigung inklusive


Während die halbe Republik in den Sommerferien naturgemäß gen Süden pilgert, haben wir uns entschieden den heißen Temperaturen zu entfliehen und in Europas Norden zu fahren. Nur um festzustellen, dass es uns scheinbar die andere Hälfte der Bundesbürger gleichgetan hat. Dennoch, wer pure Erholung, erhaltene Natur und freundliche Menschen erleben möchte, der ist im gerade mal 5 Mio. Einwohner kleinen Norwegen bestens aufgehoben. Und das trotz deutscher Wohnmobilinvasion.

Zwei Wochen Urlaub in Norwegen

Da Hotels in Norwegen nicht nur rar gesät, sondern auch unverhältnismäßig teuer und irgendwie dem Stil des Landes auch nicht angemessen sind, fällt die Wahl in fast allen Fällen entweder auf Campingurlaub oder eine Hütte am Fjord. Da wir weder Fans von Freiluftübernachtung sind, noch ein mobiles Heim unser Eigen nennen können, haben wir uns für letzteres entschieden und über eine große Buchungsplattform eine schnuckelige Hütte in Utne am Hardangerfjord gebucht. Das liegt etwa auf der Höhe von Bergen, tief in den Fjorden. Um möglichst mobil zu sein und schon von zu Hause mit „Care-Paketen“ den elefantös hohen Lebensmittelpreisen in Norwegen zu entfliehen, haben wir uns für die Anreise mit eigenem Auto entschieden. Um nach Norwegen zu gelangen hat man dann mehrere Möglichkeiten. So starten ab Dänemark (in der Regel von Hirtshals) diverse kurze und lange Fähren nach Bergen (> 8 Stunden mit Kabine), Larvik, Kristiansand und Langesund (je ca. 4 Stunden). Für Vielfahrer und Wasser-Hasser gibt es auch die Möglichkeit, über Kopenhagen und Malmö durch Schweden nach Norwegen zu fahren. Wir haben uns für die Larvik-Verbindung entschieden und auf norwegischer Seite in einem nicht empfehlenswerten Motel eine kurze Zwischenübernachtung gemacht. Auf diese Weise ist man nach ca. 1,5 Tagen am Ziel, es lohnt sich also, bei einem knapp bemessenen Urlaub die Anfahrt zusätzlich einzuberechnen.

Paul genießt die Aussicht auf Fjörd
gemütliches Lagerfeuer um Mitternacht

Wir haben uns ganz bewusst für 14 Tage Urlaub entschieden, trotz des hohen Preises in den Ferien. Zum einen frisst ansonsten die Fahrzeit zu viel vom Urlaub auf, zum anderen bietet das Land die unschätzbare Kostbarkeit der Entschleunigung und so sind „freie Tage“ mit einem guten Buch am Fjord und abends in der Hütte am Kamin nicht verschenkt, sondern ein Geschenk. Dadurch muss man sich bei 14 Tagen auch mit vielen Sehenswürdigkeiten nicht jeden Tag mit Touren vollstopfen. Die Gegend um den Hardangerfjord bietet ein abwechslungsreiches Programm für alle, die Natur erleben und spüren möchten und gut einige Tage auf volle Fußgängerzonen verzichten können. Wann konnte man vorher schon hinter einem Wasserfall herlaufen und die Arme ins kühle Gletschernass ausstrecken? Am Steinsdalsfossen in Norheimsund ist das möglich. Überhaupt ist WASSER das Thema in Norwegen. Entweder salzig im Fjord, zum Angeln oder schwimmen (ja, bei 30 Grad kann man sogar an kleinen Badestränden im Fjord schwimmen, wenn man kein Problem mit 14 Grad Wassertemperatur hat). Oder erfrischend als Wasserfall oder Gebirgsbach bei der Wanderung. Und natürlich gefroren, denn am Hardangerfjord befindet sich mit dem Folgefonna einer der größten Gletscher Europas. Selbst für normale Besucher ohne Alpinerfahrung bieten sich normal-anspruchsvolle Wanderungen zu den in die Fjorde ragenden Gletscherzungen an, so z.B. am Bondhusvatnet, einem malerisch mystischen Gletschersee bei Sunndal.

Nebel auf dem Fjord mit Geisterschiff
Weg hinter den Steinsdalsfossen

Man sollte sich Zeit nehmen in Norwegen. Nicht nur, weil die Natur auch beim zweiten und dritten Blick spannend bleibt und der gleiche Berg jeden Morgen in einem anderen Licht erstrahlt. Auch, weil Entfernungen und Fahrzeiten ein völlig anderes Verhältnis zueinander bilden als in Deutschland. Da grundsätzlich max. 80 km/h erlaubt sind (und man sich ob der hohen Strafen auch tunlichst daranhalten sollte), und die schmalen Straßen bei Begegnungsverkehr immer wieder zu Rangierakrobatik auffordern, kommt man nur sehr schleppend voran. Selbst für kleinere Touren sollte daher immer genügend Fahrzeit eingeplant werden. Muss man auf die andere Fjordseite, hat man in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder man nimmt gegen Gebühr eine Fähre (meist ca. 15€ für einen normalen PKW mit Beifahrer) oder eine Brücke (variiert bei Maut zwischen 2€ und bis zu 15€ für die Hardangerbrücke), oder man fährt einen bis zu 100 km langen Umweg. So kann ein Besuch in Eidfjord und beim Voringsfossen von Utne aus bei 2 Fähren und der Hardangerbrücke entweder schnell über 40€ Mautgebühren kosten, oder durch Umwege extrem lang werden. Dafür wird man hinter jeder Kurve mit atemberaubenden Ausblicken belohnt.

Paulchen im Ryfylke-Gebirge
Tal des Voringsfossen

Wem das zu stressig ist, mietet sich zu seiner Hütte ein Boot. Damit lässt sich nicht nur entspannt zum Einkaufen fahren (fast jeder kleine Ort hat irgendwo einen öffentlichen Anleger, und Diebstahl ist in Norwegen einfach kein Thema), sondern in den Abendstunden auch Whale-Watching betreiben. Hunderte von Schweinswalen, die sehr an Delphine erinnern, bevölkern die Fjorde, und wenn abends ein Makrelenschwarm vorbeikommt und die flinken Jäger Beute wittern, positioniert man sich am besten mit seinem Boot mitten im Schwarm. Dann dauert es nicht lange und rund herum tauchen Finnen auf (die Flossen, nicht die Skandinavier). Man hört das Pusten der Tiere beim Ausatmen und sieht sie im klaren Wasser teilweise nur wenige Meter am Boot vorbeirauschen. Gepaart mit fantastischen Sonnenuntergängen und ohrenbetäubender Stille und Einsamkeit ist das ein Erlebnis, welches Pauschaltouristen im Hotelbunker nie erleben dürften.

Gletschersee Bondhusvatnet
Gletschersee Bondhusvatnet mit Gletscherzunge

Zum Abschluss dieses Berichts noch einige Tipps für die Reise nach Norwegen:

  • die Lebenshaltung ist extrem teuer. Wer mit eigenem PKW anreist, sollte haltbare Lebensmittel am besten Tütenweise aus Deutschland mitbringen. Auch wer gern ein Urlaubsbier trinkt, ist gut beraten die Freigrenzen auszuschöpfen. Was man mitnehmen darf findet man übersichtlich auf der Homepage des norwegischen Zolls, sogar auf Deutsch. Außerdem haben die Supermärkte für gleiche Produkte höchst unterschiedliche Preise. Bis zuletzt konnten wir nicht mit Gewissheit sagen, wo man günstig einkaufen kann. Es hat jedenfalls nichts mit der Größe der Läden oder der Konkurrenz vor Ort zu tun.

  • Autofahren ist entspannt in Norwegen. Es gibt kaum Drängler, fast alle halten sich an die Begrenzungen. Dazu kann nur geraten werden, denn bereits bei 100 statt 80 km/h können über 1000€ oder Gefängnis drohen. Haarig wird’s, wenn auf einspurigen Passstraßen Begegnungsverkehr droht. Da sollte man schon etwas geübt im Rückfährts bergab um Kurven fahren sein. Benzin liegt bei ca. 1,55€ - 1,75€ pro Liter, in Städten ist es meist günstiger. Diesel ist ca. 10 Cent billiger. Autofahren ist dadurch teuer, man verbraucht aber bei den geringen Geschwindigkeiten auch weniger.

  • Dafür kommen die teils hohen Mautgebühren hinzu.

  • Kreditkarten werden landesweit akzeptiert, wir haben fast kein Bargeld benötigt. Selbst kleinste Einkäufe wie das Eis im Kiosk können z.B. mit VISA bezahlt werden.

Abschließend der wohl wichtigste Hinweis: Keine Hektik! Der Norweger zeigt sich meist entspannt, das sollte man auch als Urlauber tun. Und so kommt man mit einem Gefühl zurück, welches einem kein Pauschalurlaub der Welt bieten kann. Farvel, Norge. Wir kommen wieder!

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