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Mit Nils Koffer packen und losfliegen – das Ultra-Last-Minute Abenteuer


Sonnenuntergang in Deia

Koffer packen und dann einfach los zum Flughafen? Ohne genau zu wissen wo es hingeht und wo man die Nacht schlafen wird? Geht das so einfach? Unser Parkvogel-Freund Nils, den ihr schon aus dem Artikel „Mit Nils durch Japans Metropolen: Tokio, Kyoto und mehr!“ kennt, hat sich zusammen mit seiner Freundin auf das Last-Minute-Abenteuer gewagt. Jetzt berichtet er uns von seinen Erlebnissen und neu gewonnenen Erfahrungen aber natürlich auch wohin ihn die Reise letzten Endes verschlagen hat.

Das Abenteuer kann losgehen

Gründe für eine Last-Minute-Buchung kann es viele geben: Unsicherheit, ob man den Urlaub vom Arbeitgeber wirklich genehmigt bekommt. Oder aber auch einfach der Glaube, noch einen Euro mehr zu sparen, wenn man nur lange genug auf das beste Angebot wartet. In Zeiten des Internets und diversen bekannten Reiseportalen birgt „Last-Minute“ heute kaum noch ein größeres Risiko, außer vielleicht, dass das Traumzimmer nicht mehr verfügbar ist.

Wer es gerne noch abenteuerlicher mag, aber dennoch auf den Luxus einer Pauschalreise nicht verzichten möchte, der bucht „Ultra-Last-Minute“. Und so haben wir uns aus purer Abenteuerlust letzte Woche, mitten in den Ferien, an einem Wochentag zum Düsseldorfer Flughafen begeben. Die Koffer waren gepackt, darin: Badesachen, ein paar schicke Outfits, Sonnencreme, Strohhut – kurzum, wir waren bereit für max. 10 Tage Sonne pur. Wohin? Das war uns erstmal egal, solange unsere Reisekasse es zulässt.

Wir hatten uns im Vorfeld darauf geeinigt, einige Länder aufgrund ihrer Sicherheitslage auszuschließen. Auch musste es mit dem Personalausweis möglich sein, da so kurzfristig natürlich kein Reisepass zu bekommen (bzw. zu erneuern) war. Beim Rest waren wir flexibel. Einzige Bedingung: Es sollte noch am selben Tag direkt vom Flughafen losgehen.

Ultra-Last-Minute Urlaub - heutzutage noch so einfach?

Im Reisemarkt am Flughafen dann die erste große Ernüchterung. Nachdem uns mehrere Reisebüros, teilweise sehr schroff, abgewiesen hatten und sagten, dass diese Form der Buchung nicht möglich sei, fragten wir uns ernsthaft, ob es dieses „Ultra-Last-Minute“ in Zeiten großer Internetplattformen überhaupt noch gäbe. Immerhin: Mit einem Budget von bis zu 1000 € p.P. hatten wir einen gewissen finanziellen Spielraum. Denn eines wurde später klar: Sparen kann man mit dieser Buchungsform nicht mehr.

Weiter ging es durch die vielen Reisebüros, bis uns endlich jemand – allerdings nicht weniger mürrisch – ein paar Angebote raussuchte. Alles in allem sehr enttäuschend. Entweder verriet ein Blick ins Handy, dass das Hotel von den letzten 10 Besuchern wegen akutem Ungezieferbefall als unbewohnbar eingestuft wurde (was dann auch erklärt, warum noch Zimmer frei waren), oder aber die Flüge waren früh morgens schon auf losgeflogen oder so kurzfristig, dass ein Einchecken nicht mehr möglich war. Schon fast entnervt fanden wir dann endlich „unsere“ Reiseverkäuferin in einem auf Last-Minute spezialisierten Reisebüro. Und siehe da: Es gab Sie, eine kleine aber feine Auswahl aus gut einem Dutzend Angeboten im Mittelmeer-Raum und den Kanaren. Außerdem mit Hotels, die auf Bewertungsportalen durchaus respektable Weiterempfehlungsraten erhielten. Vor allem, weil diese Verkäuferin motiviert und geschickt genau nach unseren Wünschen suchte. Jetzt wurde es spannend: Gab es heute noch einen Flug und waren noch Plätze frei?

Nach zwei Fehlversuchen entschieden wir uns für ein Hotel auf Mallorca – und siehe da, im Flug um 17 Uhr gab es noch zwei nebeneinanderliegende Sitzplätze zu ergattern. Preis, Bewertung, Uhrzeit, alles stimmte, also schnell gebucht. Doch dann der Schreck: „15 kg Freigepäck“. Wir waren in Sachen Abzocke schon einiges gewohnt, aber 15 kg in einem namhaften deutschen Ferienflieger auf dem Weg nach Palma? Das war schon frech, noch dazu passte es nicht zu unseren auf 20 kg gepackten Koffern (denn wir mussten ja „ins blaue“ packen). Noch seltsamer, als dass auf dem Rückflug (mit einer anderen Airline) 20 kg erlaubt waren. 5 kg Souvenirs hatten wir aber nicht eingeplant. Also schnell für 6 € p.P. noch das Upgrade auf 20 kg gekauft.

Das Hotel sah vielversprechend aus, doch es war etwas abgelegen. Klar, Strandnähe war so kurzfristig nicht mehr zu bekommen. Also Mietwagen! Wir entschieden uns für die Buchung über das Reisebüro bei einem einheimischen Anbieter, der deutlich günstiger war als die großen Namen der Branche und trotzdem über einen deutschen Vermittler vollen Versicherungsschutz bot. Nachdem das erledigt war, hieß es warten. Ein Blick auf die Uhr: 12 Uhr. Der Flieger ging um 17 Uhr. Auch das nimmt man als Abenteurer in Kauf.

Bucht von Cala Tuent

Am Reiseziel angekommen und endlich entspannen

Angekommen auf Mallorca dann die erste Verwirrung: Der lokale Mietwagenanbieter ist nicht ausgeschildert, sitzt auch nicht direkt am Flughafen. Nach langer Suche fanden wir den gelben Shuttlebus, der uns zum Gelände brachte. Ab da lief in dieser Sache aber alles reibungslos. Doch wie sollte das Hotel sein?

Beim Betreten des Zimmers wurde schnell klar: Hier wurde uns mit Sicherheit das letzte verfügbare Zimmer im Erdgeschoss angedreht. Es war sauber, aber altbacken, ohne Ausblick und dunkel. Nun ja, was will man auch anderes erwarten? Zum Glück stellte sich der Rest des Hotels als gute Wahl heraus. Und so wurden die nun folgenden 9 Tage zum Glück nur in positiver Hinsicht zu einem Abenteuer, in dem wir abseits von Ballermann und Co. die wunderschöne Insel mit dem Mietwagen erkundeten und traumhafte Erlebnisse fanden. Im Zimmer ist man ja eh nur zum Schlafen.

Valldemossa

Nochmal kurz zusammengefasst …

„Ultra-Last-Minute“ – geht das? Ja, es geht. Ob es empfehlenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Wir hatten Spaß an der Spannung. Selbst auf der Fahrt zum Flughafen noch nicht zu wissen, wo wir zu Abend essen werden, war einfach nur aufregend.

Mit selbst gesteckten Grenzen (finanziell und geographisch) im Rücken hatten wir eine gewisse Sicherheit, außer natürlich wir hätten gar nichts gefunden. Die Suche ist schwierig, außerhalb der Ferien gewiss einfacher. Zum Sparen eignet sich diese Buchungsform allerdings nicht: Wir zahlten am Ende ca. 1000€ p.P. für 9 Tage im gutbewerteten 3 Sterne Hotel ohne Strandnähe. Positiv überrascht waren wir vom Mietwagenpreis: 235 € für 9 Tage ab/bis Flughafen inkl. aller Versicherungen. Das hatten wir so kurzfristig durchaus teurer erwartet. Auch wurde deutlich, dass viele große Reiseanbieter diese Buchungsform gar nicht mehr anbieten. Dort werden Hotelkapazitäten zwei Tage vor Reisedatum zurückgegeben, welche dann von den Last-Minute-Veranstaltern übernommen werden. Hier lohnt also der Weg ins „passende“ Reisebüro.

Port de Soller Panorama

Fazit:

Für Abenteuerlustige oder Kurzentschlossene auf jeden Fall machbar. Für Sparfüchse lohnt sich aber eher eine Buchung auf großen Online-Portalen in gewissem Abstand zum Reisezeitraum.

 

 

 

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