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Unterwegs in Japan - Reise durch ein vielfältiges Land: Interview


Hand hoch, wer kennt jemanden, der schon mal in Japan war? Also ich kenne niemanden, darum war ich umso faszinierter, als sich Maori Kunigo und seine Frau Melle diesen Frühling auf den Weg machten und uns alle via Instagram und Twitter an ihren Abenteuern teilhaben ließen. Hat man ja wirklich nicht jeden Tag.

Und als sich die Feeds mit Bildern aus Fernost füllten, stellte ich einmal mehr fest, wie verdammt wenig ich über das (andere) Land am anderen Ende der Welt weiß und wie sehr ich da unbedingt mal hin will! 

Total super also, dass Maori so lieb war, mir ein paar Fragen zu seiner Reise zu beantworten.

Also, für alle, die immer schon mal nach Japan wollten oder gar bereits in der Vorbereitungsphase sind – hier gibt’s ne Menge hilfreicher Infos:

Unser Japan-Interview mit Maori Kunigo

 

Wie lange im voraus habt ihr die Reise geplant? Mindestens ein halbes Jahr vorher. Je früher die Flüge gebucht werden, desto günstiger sind sie. Außerdem wollten wir mit der Bahn fahren. Für Menschen, die im Ausland wohnen, bieten die Japan Rail Bahngesellschaften den Japan Rail Pass, eine Bahn-Flatrate, die unschlagbar günstig ist. 


Um den JR Pass sollte man sich einige Wochen vor Reiseantritt kümmern.

Habt ihr euch vorher ein Programm zusammengestellt oder seid ihr einfach drauflos? Wir hatten nur zwei Wochen, um etliche Verwandte abzuklappern. Zusätzlich wollte meine Frau noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit besuchen. Daher haben wir einen extrem strikten, durchdachten Terminplan erstellt. Unsere Bahnfahrten haben wir vorher auf der Website der JR West durchgeplant. Dies kann man auf Englisch tun. 
Bei der Abholung des Passes in Japan haben wir direkt alle Reservierungen für sämtliche Fahrten vornehmen lassen – dies ist im Passpreis inbegriffen und unbedingt zu empfehlen.

Wie sah eure Route aus? Wir sind in Osaka Kansai gelandet, haben eine Nacht in Izumiotsu verbracht und sind am Morgen darauf über Osaka nach Tokyo gefahren. Dort haben wir den ersten Tag in Shibuya und Harajuku verbracht, wo es etwas alternativer und jünger zugeht. 

Am Tag darauf haben wir eine Bustour mitgemacht. Der Hatobus ist zwar teuer, aber jeden Cent wert, wenn man nur wenig Zeit hat und viel sehen möchte. 

Nach Tokyo waren wir in Kobe und Okayama, um Verwandte mütterlicherseits zu besuchen. Anschließend haben wir zweieinhalb Tage in Miyakonojo, Kyushu, ganz im Süden Japans verbracht. Dort kommt die Familie meines Vaters her. 

Nach einem Tag in Hiroshima, wo wir den Friedenspark und das Museum besucht haben, sind wir nach Kyoto gefahren, um das traditionelle Japan zu erleben. 

Drei Tage vor dem Abflug sind wir zurück nach Izumiotsu, um dort die restliche Zeit mit vielen Verwandten und ihren Katzen zu verbringen.

 

Was war das absolute Highlight – was würdet ihr jedem anderen Japanreisenden unbedingt ans Herz legen? Das kleine Lokal im traditionellen Gion-Distrikt in Kyoto. Man sollte sich dort in eine der Seitengassen schlagen und aus dem Bauch heraus für irgendein kleines Lokal entscheiden. 

Ignoriert Lonely Planet und TripAdvisor, deren Empfehlungen nur zu von Hipster-Touris überlaufenen Läden führen. 

Hört euch lieber vor Ort um, fragt Einheimische oder betretet spontan irgendein Lokal. Es besteht eine recht gute Chance, einen magischen Abend zu erleben.

Was kann man sich echt sparen? Die Jagd nach Sehenswürdigkeiten. Klar gibt es Highlights, etwa den Fujisan oder den Tempel Kiyomizu-dera in Kyoto. Aber bei Spaziergängen und mit den eigenen Augen entdeckt man viel mehr.

Postkartenmotive sind vielleicht schick anzusehen. Aber Momente, die bleiben, verstecken sich ganz woanders. 

Was sind die Besonderheiten, wenn man durch Japan reist? Unterscheidet sich das Reisen in Japan vom Reisen in Europa? Japaner sind extrem gut organisiert. Auf die japanische Bahn kann man sich fast immer verlassen. Bahnreisen in Japan sind Entspannung pur, weshalb man auch längere Bahnfahrten ruhigen Gewissens in die Reiseplanung aufnehmen kann. 

Die Menschen sind herzzerreißend hilfsbereit, man kommt als Reisender immer irgendwie weiter.

 

Wie ist man da am besten unterwegs – Bus, Bahn, Inlandsflieger, Trampen? Wie immer: Kommt drauf an. Für die meisten Strecken ist die Bahn das A und O. Das Inlandsflugnetz ist exzellent ausgebaut, längere Strecken wie von Miyazaki nach Sapporo sollte man vielleicht doch eher dort oben als auf Schienen zurücklegen. Und Trampen? Habe ich so noch nicht gemacht, aber wieso nicht?

Kommt man auch ohne Japanischkenntnisse von A nach B? Ja, wenn man sich nicht allzu blöd anstellt. In Zeiten des mobilen Internets kann man ja jederzeit den kleinen Helfer in der Hosentasche fragen. Empfehlenswert ist eine Internet-SIM, die man sich dort als Tourist kaufen und in gängige Smartphones stecken kann. Wir hatten eine von So-net, einer Sony-Tochter. Die SIM-Karten kann man sich am Flughafen aus dem Automaten ziehen. 1 GB Datenvolumen haben 3000 Yen gekostet.

Übrigens ist es praktisch, in Japan eine Adresse zu haben – von einem Bekannten, Freund, Verwandten. Häufig wird nämlich nach einer Kontaktmöglichkeit innerhalb Japans gefragt. Die meisten Reisenden geben die Daten der ersten Unterkunft an. Man sollte diese Daten immer dabei haben, da sie z. B. bei der Einreise abgefragt werden. Auch für die Nutzung der SIM-Karte ist eine japanische Adresse erforderlich. Mit dieser passiert nichts, man muss sie nur aus Sicherheitsgründen angeben.

 

Wollt ihr nochmal hin und wenn ja, was wollt ihr euch dann unbedingt noch anschauen? Da meine Verwandtschaft dort lebt, erübrigt sich der erste Teil der Frage. Meiner Frau möchte ich unbedingt Hokkaido zeigen. Ich war einmal dort, ganz im Norden. Ein ganz anderes Japan als das, was wir hier aus den Medien kennen. 
Grüner, weiter, leerer, schroffer und vor allem kühler. Einfach faszinierend.

Kann man auch als Budget-Traveller durch Japan reisen oder ist es da eher teuer? Natürlich geht das. Japan ist nicht das günstigste Land der Welt, aber Jugendherbergen und Kapselhotels bieten günstige Unterkünfte, und in Convenience Stores (Konbini) kann man recht günstig verzehrfertiges Essen besorgen.

Gab es immer wiederkehrende Fragen, die euch gestellt wurden, wenn ihr gesagt habt, dass ihr nach Japan reist? Wenn ja, wie habt ihr die beantwortet?

»Könnt ihr mir was mitbringen?« »Nein.« 

Habt ihr Souvenirs mitgebracht und wenn ja, welche? Natürlich haben wir das. Hauptsächlich Nahrungsmittel, die wir hier nicht bekommen. Aber auch Kleinkram, Postkarten und Anime-Merch. Viel wichtiger ist aber, dass wir ebensoviele Sachen nach Japan geschleppt haben. Schokolade und Weine sind nicht nur hervorragende Mitbringsel für Verwandte, sondern auch hilfreiche Bestechungsutensilien, um viele neue Freunde zu gewinnen.

Überhaupt: was sollte man in Japan unbedingt einkaufen, was lohnt sich? Grüner Tee und andere japanische Lebensmittel sind wesentlich günstiger und von hoher Qualität. Wer auf Mangas steht: Die kosten in Japan so gut wie nichts. Elektronik ist immer noch recht attraktiv, hier sollte man im Laden nachfragen, ob es die Möglichkeit gibt, steuerfrei einzukaufen. Solange man die Umverpackung in Japan lässt, sind beispielsweise Kameras am Zoll kein Problem. Übertreiben sollte man es nicht, Gesetze sind Gesetze. Da handelt jeder auf seine eigene Verantwortung.

Und wie ist das mit dem Essen – ist Japan ein kulinarischer Geheimtipp? Welche Leckereien könnt ihr empfehlen? Grundsätzlich ist Japan ein Schlaraffenland. Ob Obst und Gemüse im Supermarkt oder das Kochen generell – es geht regional und saisonal zu. 

Lebensmittel in Japan sind von hoher Qualität. Tomaten schmecken nach Tomaten, Rindfleisch nach Rindfleisch. Das merkt man auch an den Preisen, denn Lebensmittel sind dort drüben sehr teuer. Persönlich empfehle ich, die regional teils völlig unterschiedlichen Ramen-Nudelsuppen zu probieren. Oder die legendären Okonomiyaki aus Hiroshima, herzhafte Pfannkuchen, die mit Bratnudeln zubereitet werden. Sesam-Tofu, Karaage (frittiertes Hähnchen) und Gyoza (Fleischtaschen) passen immer zu einem kühlen Asahi Super Dry oder Sapporo Beer.

Habt ihr einen allgemeinen Hinweis an zukünftige Japanreisende? Besondere Tipps und Tricks? Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Informiert euch über japanische Feiertage, um volle Züge und von Touristen überrannte Sehenswürdigkeiten zu vermeiden. Plant ausreichend viel Zeit ein, prägt euch die Schriftzeichen für bestimmte Wörter ein, die ihr häufiger benötigt (wie Ausgang, Eingang, Toilette, Wochentage). 

Versucht lieber weniger zu sehen, dafür gründlicher und gemütlicher. Falls ihr den richtigen Reiseadapter sucht, viele, die hier angeboten werden, haben drei Stifte. Diese sind aber veraltet und werden nur noch selten verwendet. Ihr benötigt Adapter mit zwei flachen Stiften. 

Falls ihr an irgendeinem Flughafen umsteigen müsst und vorhabt, in Japan Sake oder andere Flüssigkeit mitzunehmen, kauft es im Vorfeld und steckt es ins Gepäck, das aufgegeben wird. Es ist nicht möglich, am Flughafen im Duty Free Alkohol oder Parfümflaschen mitzunehmen, wenn man keinen Direktflug hat. Beim Umsteigen wird einem alles abgenommen und entsorgt. 

Noch was: Lernt ganz einfache Wörter wie Ohayou (guten Morgen), Oishii (Lecker!) oder Itadakimasu (= sagt man vor dem Essen). 
Jeder Japaner freut sich ungemein, wenn sich ausländische Gäste Mühe machen, ein wenig Japanisch zu lernen. Es ist eine Frage des Respekts.

Maoris Buch

Übrigens - und das freut uns Wandervögel ja besonders - ist Maori 2009 den Camino de Santiago entlanggepilgert.  Über seine Erlebnisse hat er ein Buch geschrieben.

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