Unvergessliche Momente auf Sulawesi

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10 Tipps zur Vorbereitung auf eine Höhen-Trekking-Tour


Zwei Wochen lang war unser Paulchen mit seinen Begleitern auf einer Tour am Mount Everest im Himalaya unterwegs. Dabei hat Ihn sein Weg bis auf eine Höhe von 5540 Metern geführt! Ein spannendes, aber auch anspruchsvolles Abenteuer, das man nicht ohne einiges an Vorbereitung angehen kann. Wir wollten von einem von Pauls Begleitern wissen, wie er diese spezielle Tour im Hochgebirge geplant und wie er sich darauf vorbereitet hat. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für euch in ein paar nützlichen Tipps zusammengefasst.

Höhen-Trekking Vorbereitung

Tipp 1:

Eine Höhen-Trekking-Tour ist etwas ganz anderes als Bergsteigen. Die Art der Reise bestimmt die nötige Vorbereitung!

 

Frage:
Was sind die Grundvoraussetzungen für solch eine Tour?

 

„Zunächst muss man sich vor Augen halten, dass wir über eine Höhen-Trekking-Tour sprechen und nicht über Bergsteigen. D.h., der technische Anspruch ist eher gering. Hier sind eher Dinge wie Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, da während der Tour u.a. viele Hängebrücken überquert werden müssen. Die Herausforderung liegt in der Bewältigung der Strecke als solche sowie der Höhe. Hier ist körperliche und mentale Fitness gefragt. Je höher man steigt, desto größer die Anstrengung. Ab einer Höhe von z.B. 4.500m verfügt der Körper nur noch über 70% seiner Leistungsfähigkeit. Neben einem gesundheitlich bedenkenlosen Zustand sind eine gute Kondition und Kraftausdauer Grundvoraussetzung. Ansonsten kann der Traumurlaub schnell zur Qual werden. Eine besondere Hürde stellt die Höhenverträglichkeit dar. Durch die ansteigende Höhe nimmt der Luftdruck ab und weniger Sauerstoff kann in die Lungen gelangen. Ab ca. 3.000m macht sich der Sauerstoffmangel bemerkbar – erste Anzeichen der Höhenkrankheit (AMS – Accute Mountain Sickness) können auftauchen (Kopfschmerzen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Übelkeit…). Hier spielt die Akklimatisation eine wichtige Rolle. Insgesamt kommt es auf eine gute Vorbereitung an!“

 

Tipp 2:

Ein Training in einem Präventions- und Höhenzentrum kann auf das angestrebte Höhenziel vorbereiten!

 

Frage:
Wie lange im Vorfeld habt ihr euch denn vorbereitet? Und welche Art von Training habt ihr absolviert?

 

„Grundsätzlich hängt vieles von der körperlichen Grundkonstitution eines jeden Einzelnen ab. Jemand, der ohnehin regelmäßig Sport treibt, muss sicherlich einen geringeren Aufwand im Vorfeld betreiben als jemand, der eher seltener sportlich aktiv ist. Die einzelnen Teammitglieder haben unabhängig voneinander ein halbes Jahr vorher mit dem Training begonnen. Joggen, Radfahren, Steigerungsläufe und Krafttraining im Studio standen durchschnittlich dreimal pro Woche auf dem Programm. Um den Tagesrucksack auf Passgenauigkeit und Gewicht zu testen, haben wir zusätzlich eine längere absolviert. Durch ein individuelles Training in einem Präventions- und Höhenzentrum haben zwei Teammitglieder sich zusätzlich auf das angestrebte Höhenziel vorbereiten lassen. Letzteres ist ratsam aber nicht unbedingt notwendig, wenn man vor Ort ein gute Akklimatisationsprogramm betreibt!“

 

Tipp 3:

Körperliche Fitness ist die wichtigste Voraussetzung! Das Alter ist weniger entscheidend.

 

Frage:
Gibt es irgendwelche Altersbeschränkungen? Würdest du sagen, dass man eine solche Tour ab einem bestimmten Alter lieber nicht mehr machen sollte?

 

„Wir haben während unserer Tour Menschen gefühlt jeder Altersklasse angetroffen. Entscheidend ist aber immer der individuelle Fitnesszustand. Wir haben jüngere Menschen angetroffen, die nicht so fit waren, wie deutlich ältere. Die waren offensichtlich nicht gut vorbereitet oder akklimatisiert. Natürlich dürften i.d.R. die körperlichen Anstrengungen mit steigendem Alter zunehmen aber schlussendlich muss jeder alleine einschätzen und entscheiden, wozu sein Körper in der Lage ist. Die beeindruckendste Person, die wir getroffen haben, war ein Mann den ich auf Ende 60ig schätzen würde. Das Beeindruckende war nicht sein Alter, sondern die Sportprothese, die er unterhalb des linken Knies trug. Er wurde begleitet von einem Guide und einem Träger. Der Mann ging zwar entsprechend langsam – was in der Höhe ohnehin ratsam ist – aber man konnte ihm förmlich seine Willenskraft ansehen. Wie sich herausstellte, lief der Mann auch Marathon. Soviel zum Thema Alter und Beschränkungen.“

 

Tipp 4:

Passende Reiseveranstalter finden sich über das Internet. Bereits bestehende Kontakte vor Ort sind jedoch besonders von Vorteil.

 

Frage:
Wo / wie bucht man eine solche Tour?

 

„Es gibt eine Reihe von Veranstaltern, die sich auf solche Reisen spezialisiert haben. Diese kann man problemlos „googlen“ (Stichwort z.B.: Everest Basecamp Tour, Nepalreisen) und deren Angebote im Netz vergleichen. Wir hatten das große Glück, dass einer unserer Teammitglieder unseren nepalesischen Guide bereits von einer vorhergegangenen Tour kannte und wir somit einen direkten Kontakt vor Ort hatten und die Tour somit „privat“ buchen konnten – besser geht es (aus meiner Sicht) nicht!“

 

Tipp 5:

Nicht alleine und auf eigene Faust reisen. Ein erfahrener und ortskundiger Guide mit guten Kontakten ist ein Muss!

 

Frage:
Kann man so eine Reise allein machen oder sollte man sie lieber mit einer Gruppe antreten?

 

„Darauf gibt es aus meiner Sicht nur eine Antwort, wenn man nur über eine begrenzte Aufenthaltszeit verfügt: auf keinen Fall alleine – nicht ohne Guide. Warum? Das hat gleich eine ganze Reihe von Gründen:
1. Ortskenntnis: ein einheimischer Guide kennt nicht nur die Wege und kann die Wetterbedingungen vor Ort besser deuten, er kann einem auch jede Menge Dinge zeigen, die man alleine nie sehen würde.

2. Kontakte: die Guides kennen sich nicht nur untereinander, auch verfügen sie oftmals über sehr hilfreiche Kontakte in den Orten und können u.U. noch für Unterkünfte sorgen, wenn eigentlich schon offiziell alles ausgebucht ist. Auch können sie oftmals besser verhandeln, da Einheimische andere Preise als Touristen bekommen.

3. Notfall: in Notfallsituation sind die Guides schneller in Lage für Hilfe zu sorgen, als man alleine dazu im Stande wäre.

4. Dos and Don`ts: Die Gudies kennen nicht nur die Regeln im Umgang mit den                 einheimischen Gepflogenheiten, sondern auch die Regeln der Berge. Leider konnten wir uns direkt am zweiten Tag davon überzeugen was es bedeutet, wenn man alleine              unterwegs ist und die Regeln der Berge nicht kennt. Ein Polizist bewachte eine Unfallstelle an dem am Tag zuvor ein Trekking-Tourist ums Leben gekommen ist, weil er die Regeln aller Regeln nicht beachtet hatte: er ist auf der abschüssigen Bergseite gegangen, als ihm auf dem Weg Gegenverkehr in Form von eines Yak-Transports entgegen kam. Er konnte auf dem schmalen Weg nicht ausweichen und ist abgestürzt.“

 

Tipp 6:

Am besten ist eine kleinere Reisegruppe mit ähnlichem Leistungsniveau.

 

Frage:
Wie groß/klein sollte eine Gruppe sein?

 

„Je kleiner die Gruppe aus meiner Sicht ist, desto besser. Natürlich ist es auch ein Stück weit Charaktersache. Sicherlich kann man auch viel Spaß in einer großen Gruppe haben – die „Gefahr“ allerdings ist, dass man unterschiedliche „Leistungsniveaus“ hat, die sich auf der Wegstrecke bemerkbar machen. Auch besteht in größeren Gruppen die Gefahr, dass man den ein oder anderen dabei hat, der sich das Ganze etwas entspannter und komfortabler vorgestellt hat und die Stimmung in der Truppe „negativ beeinflusst“. Am besten ist, man kennt sich bereits im Vorfeld und organisiert sein eigenes Team – dann gibt es wenige bis keine Überraschungen!“

 

Tipp 7:

Wichtigster Ausrüstungsgegenstand sind die richtigen Schuhe! Sie müssen entsprechend einer Klassifizierung auf das Gebirge und die Belastung angepasst sein.

 

Frage:
Was sollte man an Ausrüstung anschaffen? Was kann man auch vor Ort organisieren (lassen)? Was sind die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände bzw. bei welchen Ausrüstungsgegenständen sollte man auf keinen Fall sparen?

 

„Das Thema Ausrüstung ist ein „spezielles“ und ein Stück weit eine persönliche Philosophie-Frage. Man kann Unmengen von Geld für die Ausrüstung ausgeben, wenn man alle benötigten Ausrüstungsgegenstände mit den Top-Marken bestückt. Getreu dem Motto: Qualität muss teuer sein und am Berg ist das Teuerste gerade gut genug! Bei einer Everest-Gipfelbesteigung, wo das Leben u.a. von der Ausrüstung abhängig sein kann, mag ich dem Gedanken folgen. Für ein Höhentrekking auf einer Maximalhöhe von 5.643m ist das nicht erforderlich. Natürlich gibt es Dinge, an denen man nicht sparen sollte: hierzu gehören zu allererst die Schuhe, die entsprechend einer Klassifizierung auf das Gebirge und die Belastung angepasst sein müssen (Kategorie 3-4). Ein höhentauglicher Schlafsack (wenn man sich keinen ausleihen möchte), der Minusgraden problemlos standhält. Bei Funktionsunterwäsche steht der Tragekomfort und die Bewegungsfreiheit im Fokus: Merinowolle eignet sich hier besonders. In der Höhe zählt das „Zwiebelprinzip“ – hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die jeweiligen Schichten aus atmungsaktivem Material bestehen. Hier gibt es riesige Preisunterschiede – aber wie gesagt, man bekommt wirklich gutes Material auch zu überschaubaren Preisen.“

 

Tipp 8:

Die stabilsten Monate für eine Höhen-Trekking-Tour in Nepal sind Oktober und November.

 

Frage:
Welche Jahreszeit empfiehlt sich für Nepal am ehesten?

 

„Als geeignetste Reisezeit für Nepal werden die Monate von September bis April angegeben. Die stabilsten Monate sind Oktober und November, allerdings ist in Höhenlagen mit Schnee zu rechnen. Der Mai ist DER Monat für die Everest-Gipfelbesteigungen, da hier die Tage am längsten sind.“

 

Tipp 9:

Der Visa-Antrag sollte spätestens sechs Wochen vor Reisebeginn erfolgen.

 

Frage:
Wann sollte man spätestens sein Visum beantragen?

 

„Visa können recht kurzfristig online beantragt werden. Da sich die Bestimmungen öfter ändern, sind sechs Wochen vor Reisebeginn ausreichend.“

 

Tipp 10:

Im Versicherungsschutz sollten Kosten für eine Bergrettung in ausreichendem Maße abgedeckt sein.

 

Frage:
Welche Versicherung würdet Ihr empfehlen? Worauf ist zu achten?

 

„Ein Blick in die vorhandenen Versicherungen kann schon ausreichen: eine Auslandsreisekrankenversicherung ist oftmals in „Kombi-Versicherungen“ enthalten und ist ein absolutes MUSS. Ein Anruf bei seiner Versicherung, um zu überprüfen, ob und bis zu welcher Höhe die Kosten für eine Bergrettung in der Unfallversicherung abgegolten werden, kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Ansonsten kann man sich über eine Mitgliedschaft im DAV (Deutschen Alpen Verein) zusätzlich absichern.“

Vielen Dank für diese spannenden Einblicke und die nützlichen Tipps.

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