Neuseeland

Kommt mit von Nord nach Süd

Neuseeland
Namibia

Ab in die Dünenwüste

Namibia
Äthiopien

Verbringt mit uns Silvester in Konso

Äthiopien

Von Warschau nach Moskau - osteuropäischer Charme und ein Hauch längst vergangener Jahrhunderte


Wir unterstützen Stephan und Edith bei ihrem großen Reise-Projekt "Smart Down Under" und fiebern bei ihrem 13-monatigem Abenteuer mit. Am 11. Juli ging es Abends für die beiden im Nachtzug nach Warschau los und enden soll die Reise im August 2017 in Australien.

Wie sie die ersten Tage in Warschau und die Zugfahrt nach Moskau verbracht haben, was sie in der russischen Hauptstadt gesehen und erlebt haben, erzählen sie uns hier.

Zuganzeiger im Bahnhof Warschau - Ziel Moskau

Ankunft in Warschau

Als wir gegen 10 Uhr den Warschauer Hauptbahnhof erreichen, ist das Wetter ziemlich bescheiden, später regnet es. Nun, ja. Wir wollen ohnehin erstmal Ankommen, da wir eine ziemlich unbequeme Nacht im Ruhesessel hinter uns haben. Der Ruhesessel, den wir gebucht hatten war, wie sich schon in Köln herausstellte, gar kein Ruhesessel. Also gerne schnell in die Unterkunft. Leider schwierig, denn die Tram- Trasse wird gerade erneuert und wir müssen den Bus nehmen. Viele freundliche Polen versuchen uns via Google Maps zu helfen, letztlich finden wir aber den Ticketschalter und somit auch den richtigen Bus.

Der Stadtkern - die Altstadt von Warschau

„El Hostel“, unsere bunt gestaltete Backpacker- Unterkunft, liegt nur drei Tram- Stationen von der Altstadt entfernt. „The Old Town“, die einzige Haltestelle, die auch in englischer Sprache durchgesagt wird, liegt auf einem Hügel oberhalb der Weichsel in der relativ beschaulichen Hauptstadt. Während des Krieges wurde die Altstadt völlig zerstört, jedoch originalgetreu wieder aufgebaut. Innerhalb der Stadtmauer, die eine Seite der Altstadt abgrenzt, stehen Kirchen, Türme und große prunkvolle Gebäude, nicht zu Letzt der alte Palast. Durch enge, hübsche Gassen mit kleineren Häusern sind die großen Plätze miteinander verbunden. Teils erinnern die Gebäude und darin liegenden Cafés und Restaurants an einen polnischen Märchenfilm aus den 1980er Jahren. Schiefe Winkel, Sprossenfenster und dunkle Holzbalken gespickt mit farbenfrohen Blumentöpfen unterstreichen den Charme dieses Ortes.

Die Altstadt von Warschau

Natürlich, dies soll nicht unterschlagen werden, sind wir mitten im touristischen Warschau. Die Restaurants haben ihre Karten öffentlich zur Schau gestellt, die Kellner sprechen die Vorbeigehenden direkt an, die Preise sind entsprechend höher. Und überall sind Menschen aller Herkunft mit Selfiestangen, Fotokameras und Handys unterwegs.

Eine breite Prachtstrasse führt vom Palast weg. Regierungsgebäude und die Universität sind hier ebenso in mächtigen, stuckverzierten und renovierten Altbauten angesiedelt, wie Cafés und Geschäfte.   

Palast in der Altstadt von Warschau

Ein untouristischer Spot - Warschau von seiner unglamourösen Seite

Wo er denn hingehen würde, wenn er mir etwas in Warschau empfehlen wollte, habe ich den jungen, immer etwas abwesend wirkenden, Typen gefragt, der in unserem Hostel arbeitet.

Und so gelangen wir an einen Ort, den Touristen wohlmöglich seltener aufsuchen: Das hier unbefestigte Ufer der Weichsel auf der gegenüberliegenden Flussseite des Stadtkerns. Hier treffen wir auf Angler und Einheimische, die den Feierabend bei einem kühlen Bier in der Sonne genießen. Der Ausblick auf die Altstadt ist unspektakulär, aber wer gerne abseits der Hotspots wandeln möchte, ist hier genau richtig zu einem Picknick zum Sonnenuntergang mit Blick auf die Bötchen, die über den Fluss gleiten.  

Der Genussfaktor - Lecker Essen und Trinken in Warschau

Besucht man Polen, ist der Versuchung des polnischen Biers des einheimischen Essens nicht zu widerstehen. Es gilt unbedingt, die frisch gezapften, halben Liter und die deftigen, fleischhaltigen Speisen zu probieren. Ein Genuss, der preislich im Vergleich zu Deutschland ziemlich niedrig ist.

Zwei Bier auf Tisch in der Warschauer Altstadt

Auf nach Russland - Mit dem Zug von Warschau nach Moskau

Der Zug Richtung weißrussische Grenze fährt pünktlich ein und ab. Nach einigen Kommunikationsschwierigkeiten mit unseren Abteilnachbarin- sie haben sich auf unsere Betten niedergelassen- geht alles seinen geregelten Gang. Die Beiden ziehen in Brest aus dem Abteil aus, da sie die oberen Schlafplätze zwar fälschlicherweise gebucht haben, hier aber aufgrund von altersbedingten Gebrechen gar nicht hoch kommen. Fazit: Wir haben das Abteil für uns alleine. Der Paris- Berlin- Moskau- Nachtzug ist ein hochmoderner Wagen, dessen Abteiltüren man nur mit einer Chipkarte öffnen und schließen kann. Die einzelnen Kabinen mit je vier Schlafplätzen sind relativ geräumig und bequem. Pro Person kostet uns die Strecke, die wir über die DB gebucht haben, knapp 115 €.

Reisende im Zug von Warschau nach Moskau

Wir verlassen die EU - Russland wir kommen!

In der letzten polnischen Stadt Terespol steigen die Grenzbeamten ein und kontrollieren die Pässe. 10 Minuten, fertig! Irgendwo zwischen Terespol und Brest verlässt der Zug die EU. Stacheldraht, ein Fluss, Grenzhäuschen. Vor Brest dann die weißrussische Einreise-/ Visakontrolle. Eine Horde Uniformierter mit Köfferchen steigt ein. Mitten im Nichts auf der Strecke. Die Klappleiter muss geholt werden, damit der Herr auf die Stufe hochkommt. Die Pässe werden eingesammelt. Die Grenzbediensteten vermehren sich. Das Abteil wird besichtigt. Eine adrette, junge und strenge Frau stellt Fragen. Waffen? Drogen? Kopfschütteln. Wieviel Bargeld? Medikamente? Klar, ein paar Euros und Medikamente. Wie viele Medikamente denn? Ach, eine Packung im Handgepäck und noch etwas im großen Rucksack. Keine weiteren Fragen. Im großen Rucksack befindet sich der Jahresvorrat der Medikamente. Soweit zur „Kontrolle“.

Fahrgestellwechsel in Brest

Der Zug rollt wieder an. Bis in die Garage. Fahrgestellwechsel. Das russische Schienennetz entspricht anderen Standardnormen. Routiniert werden die Waggons an beiden Enden von jeder Seite per Hebekonstruktion weit über den Boden gebockt. Das europäische Radwerk ist bereits abgeschraubt und wird davon geschoben. Russische Fahrgestellte werden untergeschoben und befestigt. Simpel. In der Theorie. Praktisch dauert das gesamte Prozedere vielleicht 1 1/2 Stunden. Kurzweilige Minuten, denn der tägliche Akt der Mitarbeiter ist ein Schauspiel für die Reisenden, die alle im Zug bleiben müssen. Würde sich die Kurbel der Hebebühne nicht bewegen, niemand würde wohl bemerken, dass sich auch unser Waggon in die Höhe bewegt.

Fahrgestellwechsel - Hebemaschine im Bahnhof

Punktum in Moskau - Ankunft in Moskau

Der Höhepunkt der Reise ist vorbei. Über andere Schienen, mit neuen Radwerken ruckelt der Zug in die Nacht durch Weißrussland. Um etwa 4 Uhr in der Nacht passieren wir die russische Grenze, ohne jegliche Kontrolle. Gegen halb zehn erreicht der Zug fast auf die Minute pünktlich den weißrussischen Bahnhof in Russlands Hauptstadt Moskau. Und das nach über 50 Stunden Fahrt. Ein Beispiel, an dem sich nicht nur die Deutsche Bahn orientieren könnte.

Zauberhaftes Moskau - Architektur in 'lauter' Umgebung

Vergleichen wir das Antlitz Warschaus mit Märchenfilmkulissen, so ist in Moskau natürlich die Assoziation mit dem Zarenreich angebracht. Die Stadt ist laut und groß, das lässt sich nicht schön reden. Blicken wir aber auf die herausstechende Architektur und die hübsch angelegten Grünflächen innerhalb dieses Großstadt- Lebens, müssen wir nichts schön reden. Moskau kann verzaubern, wenn auch nur punktuell.

Kreml und Roter Platz in Moskau

Pracht und Prunk - Moskau strunzt!

Prachtvolle, pompöse und glamouröse Bauwerke zieren nicht nur die Tourismusmagnete, sondern auch die vielbefahrenen Verkehrsadern. Die detailverliebten Mauerverzierungen, Türmchen und großen Fensterfronten verleihen den großen Straßenzügen einen ganz eigenen Charme. Die unterschiedlichsten Kirchenbauten mit goldenen Kuppeln, Zwiebeltürmen und Stuck, erscheinen in filigraner Baukunst ebenso prächtig, wie hübsch.

Türme Basilius Kathedrale in Moskau

Rund um den Roten Platz sticht die vielfarbig gestrichene Basilius Kathedrale durch ihre berühmten Zwiebeltürme ebenso heraus, wie das Historische Museum und der von hohen Mauern umgebene Kreml. Spektakulär ist das Kaufhaus GUM, dessen prunkvolle Fassade ebenfalls den Roten Platz schmückt. Im Inneren strahlt die riesige, lichtdurchflutete Galerie mit ihrer antiken, verspielten Architektur, untermalt von seichter Hintergrundmusik, eine ganz besondere Shopping- Atmosphäre aus.

Roter Platz bei Sonnenuntergang in Moskau

Die Moskauer Metro oder „Die unterirdischen Paläste“

Mit den ähnlichen Umschreibungen wie schon zuvor können und müssen wir auch von den Metrostationen im Innenstadtkern Moskaus berichten. Glanz, Prunk und Glamour. Andere Worte würden den tief unter Erde liegenden, marmorgetäfelten Schächten nicht gerecht werden. Man spricht von „unterirdischen Palästen“. Große Kronleuchter und stuckverzierte Rundbögen säumen den Weg zu den Bahnsteigen. Alleine die Abfahrt zu den Stationen ist aber schon ein Erlebnis wert. Hier sticht nicht die Schönheit der Architektur ins Auge, sondern vielmehr die Konstruktion der U- Bahn, mit deren Bau bereits in den 1930er Jahren begonnen wurde. Bis zu über 80 Metern in die Tiefe sind die Schächte gebaut, unter dem Fluss entlang und teils mehrstöckig. Die Rolltreppen brauchen zum Teil bis zu 3 Minuten, bis sie am Bahnsteig ankommen. Aus unserer Sicht gehört Metrofahren zum absoluten „Muss" einer Moskaureise.

Gewölbe in der Metro von Moskau

Der Maxim-Gorki-Park in Moskau - darf es auch etwas grün sein?

Ein „sollte man gesehen haben“- Ort stellt der Gorki Park dar. Das Vergnügungsparkareal erinnert ein wenig an US- Heimatfilme aus den 50er Jahren. Das mag vor allem an den vielen Zuckerwatte- und Eisverkaufsständen liegen. Aber auch an einer gewissen Heiterkeit und Sorglosigkeit, die das Publikum dieser Grünfläche ausstrahlt. Trotz Karussells, vieler Spielplätze, Tischtennisplatten und Plätzen für diverse Ballsportarten, ist das Wort „Vergnügungspark“ hier möglicherweise etwas fehl am Platz. Durch ein großes, natürlich sehr prunkvoll gestaltetes, Portal gelangt man in das Innere der Anlage, das umzäunt ist von einem schmiedeeisernen Gitter mit goldenen Spitzen. Etliche Parkbänke laden die Besucher ebenso zum Verweilen ein, wie die Rasenflächen oder der See, an dem es einen Bootsverleih gibt. Jung und Alt, Familien, Sportler, Spaziergänger, Musiker, chillende Jugendliche oder Verabredungen nach Feierabend- alle scheinen sich hier mit den letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages die Zeit zu vertreiben. Eine absolut stressfreie Oase inmitten des Großstadtdschungels.

Impression Gorki Park in Moskau

Rund um den Roten Oktober

Die alte Schokoladenfabrik mit dem Namen „Roter Oktober“ auf einer Halbinsel in der Moskwa bildet den Rahmen für einen modernen, offenbar freigeistigen und kreativen Ort. Cafés und Restaurants, Klamottenshops und Galerien haben hier ein Zuhause gefunden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Moskwa- Arms leuchtet die goldene Kuppel der Christi- Erlöser- Kathedrale. Von hier (oder einem anderen Ort aus), sind Rundfahrten über den Fluss möglich. Obwohl wir keinen dieser Boottrips selbst gemacht haben, vermuten wir, dass es eine wirkliche interessante Fahrt sein wird. Moskaus Prunk und Prachtgebäude vom Fluss aus an sich vorbeiziehen zu sehen ist sicher reizvoller, als diese im Vorbeigehen an großen, lauten und verkehrsträchtigen Straßen zu bewundern. 

Stadtimpression Moskau

Fazit - 2 Städte mit ganz eigenem Flair

Beide Städte sind auf ihre eigene Art sehr faszinierend. Warschau ist mit Sicherheit die ruhigere und insgesamt entspanntere Wahl, wenn eine Städtereise geplant ist. Moskau hat vermutlich, allein durch seine Größe, viele Sehenswürdigen und Aktivitäten mehr zu bieten. Wir sind überall viel zu Fuß unterwegs, um das Leben und die Atmosphäre einer Stadt einfangen zu können. Vielleicht ein Ansatz, Orte anders kennenzulernen, als nur durch die klassischen Touristenattraktionen.

Ihr wollt noch näher an Stephan und Edith dran sein?

Reist mit Ihnen "Smart down under" auf ihrem Blog!

Pflichtangabe*


CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.