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Zealandia - Ein Vogelparadies mitten in Neuseelands Hauptstadt Wellington


In Wellington gibt es vieles zu sehen, und die, die sich die Zeit nehmen, schauen bestimmt im Te Papa vorbei, spazieren die Hafenpromenade oder die Cuba Street entlang und brunchen im Maranui, unten in Lyall Bay. Vielleicht fahren sie auch mit dem Cable Car zum botanischen Garten und besuchen die Sternwarte. Oder sie bummeln über den Lambton Quay und shoppen sich müde und glücklich.

Was jedoch viele Touristen übersehen, ist, dass es mitten in der Stadt das weltweit erste urbane Vogelschutzgebiet gibt: Zealandia.

Aussicht auf einen See, umgeben von Bäumen und Büschen

Ein Tag in Zealandia verändert und bereichert zugleich

Zealandia zu besichtigen lohnt sich unbedingt!

Mit über 35km Wanderwegen bietet das Eco Sanctuary mehr als genug Möglichkeiten, einfach mal der Stadt zu entschwinden und sich zurückversetzen zu lassen in das Neuseeland, wie es war, bevor Maori und Europäer die Wälder rodeten und den Vogelbestand dramatisch reduzierten. Urtümlicher erlebt man das Land am anderen Ende der Welt nur noch selten.

Hier inmitten der schnuckeligen Wellingtoner Stadtteile Northland, Karori, Brooklyn und Highbury, geschützt durch einen Spezialzaun, der Ratten, Wiesel & co. fernhalten soll, brüten Kiwis und Kakas, liegen Tuataras in der Sonne und Takahes spazieren ungestört am Ufer der beiden künstlich angelegten Seen entlang. Alles Tiere, die man so ohne Weiteres nicht mehr in freier Wildbahn erleben kann und die jeden Schutz wirklich gebrauchen können 

Blick in die Baumkronen

Ab und zu gastiert hier sogar Neuseelands berühmtester Kakapo Sirocco - und das ist wirklich eine absolute Sehenswürdigkeit und sollte, sofern man sich zur selben Zeit in Wellington befindet - unbedingt mitgenommen werden. Kakapos sind nicht nur vom Aussterben bedroht, sie sind so völlig unfähig sich eigenständig fortzupflanzen, dass ihr Bestand im Grunde täglich durchgezählt werden muss, um sicherzugehen, dass sie nicht schon ausgestorben sind.

Das ist beim besten Willen nicht übertrieben.

Ast mit Blättern in Zealandia

Ein Zuhause für Neuseelands flugunfähige Vögel: Zealandia

Lange bevor Maoris und Europäer die ersten Fressfeinde nach Neuseeland brachten, bevölkerten Unmengen von Kakapos beide Inseln.

Flugunfähige Vögel hatten damals einfach überhaupt keine natürlichen Feinde. Es gab weder Ratten, Katzen oder Wiesel, keine Füchse oder Hunde, nichts, was einem harmlos im Nest brütenden Kakapo gefährlich werden konnte.

Um eine dramatische Überbevölkerung zu verhindern, hatte sich Mutter Natur deshalb für unseren Freund den Kakapo, einen denkbar komplizierten Fortpflanzungsmechanismus ausgedacht: Wenn ein männlicher Kakapo endlich so weit ist, eine Familie zu gründen, zieht er los und sucht sich einen netten Hügel, auf dem er dann anfängt, eine Kuhle zu graben.

Kakapos sind weder besonders sportlich noch agil, von daher dauert das alleine schon seine Zeit. Wenn er es denn überhaupt auf den Hügel schafft und nicht schon vorher von einer marodierenden Hauskatze erlegt wird.

Ist die Kuhle gegraben, setzt er sich rein und gibt einen Ton von sich, den Douglas Adams sehr treffend mit den ersten Takten von Pink Floyds ‘Dark Side of the Moon’ verglichen hat.

Dieser Ton soll das Weibchen anlocken. Das Problem ist nur, dass a) sich in Reichweite seines Brunftgesanges vermutlich kein Weibchen befindet, b) das Weibchen ihn vermutlich gar nicht orten kann, weil der Gesang dafür zu tief ist und c) das Weibchen den Gesang auch mögen muss - was vermutlich nicht der Fall sein wird.

Tut es das aber doch, wird es sich nur dann auf den langen und beschwerlichen Weg auf den Hügel machen, wenn ein ganz bestimmter Baum Früchte trägt - und dieser Baum blüht nur alle zwei-drei Jahre.

Sollte es, entgegen aller rationaler Erwartungen, ein Kakapopärchen dennoch schaffen, gemeinsam ein Ei zu produzieren, so stehen die Chancen bei 95%, dass dieses Ei, bevor sich auch nur ein Kakapo-Embryo entwickeln kann, von einer Ratte gefressen wird. 

Zwei Takahes in Zealandia

Sirocco wurde von Vogelpflegern groß gezogen und denkt deshalb bedauerlicherweise, er sei ebenfalls ein Mensch. Was vor allem in Sachen Erhaltung der Art zu bizarren Szenen führen kann…(bitte klickt unbedingt auf den Link, ihr werdet es nicht bereuhen!)

Da Sirocco nicht damit beschäftigt ist, auf die denkbar umständlichste Art und Weise weibliche Kakapos anzulocken, taugt er hervorragend als Vogelbotschafter, der durch marketingtechnisch bestens ausgeschlachtete Tourneen durch Zoos und Vogelparks auf den Missstand der Kakapos aufmerksam macht.

Auf dass eine neue Generation Biologiestudenten heranwachse, die sich die Erhaltung seiner Art auf die Öko-Fahne geschrieben haben! Er kann jede Hilfe gebrauchen.

Wasservögel in Zealandia

Zealandia ist dafür das perfekte Umfeld, simuliert es doch die neuseeländische Natur wie sie war, bevor der Mensch eintraf und das ökologische Gleichgewicht auf den Kopf stellte.

Wer eine ökologische Zeitreise unternehmen möchte, ist hier genau richtig: das sehr engagierte Zealandia-Team in Zusammenarbeit mit Dutzenden Freiwilliger, tut alles, um den Zustand des Parks so naturbeschaffen wie möglich zu halten. Und das sieht man auch! Auf zahlreichen Wanderwegen kann man das Reservat erkunden und vergisst schon wenige Meter hinter der Eingangsschleuse, dass man sich mitten in der Hauptstadt Neuseelands befindet.

Stundenlang kann man hier unterwegs sein, und man hört nicht viel mehr als Vogelgezwitscher und den Wind in den Bäumen.

Der ideale Tagesausflug für Vogelfans und Naturliebhaber!

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